Seit meinem letzten Eintrag habe ich sehr viel mit dieser neuen „Eiweiß“-Entdeckung aus Bohnenflüssigkeit experimentiert. Plötzlich scheint alles möglich und man braucht dafür keine komplizierten oder teuren Eiersatzpulver. Zirka eine Woche lang habe ich versucht, ein Macaronrezept zu entwickeln, aber das dauert wohl noch eine Weile. Derweil schlugen mehrere Leser_innen vor, es doch mal mit veganen Schokoküssen zu versuchen. Was für eine tolle Idee und außerdem viel einfacher als Macarons! Von der Konsistenz her sind sie ein wenig weicher, cremiger und flüssiger geworden, aber der Geschmack ist wirklich perfekt. (Ich habe allerdings seit fast 10 Jahren keine Schokoküsse mehr gegessen.) Und der Kindergeburtstag kann nun auch kommen. F hat sich mit nur einem Schokokuss gleich ordnungsgemäß das ganze Gesicht eingeschmiert und fand das super.

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Ein paar Hinweise:

Natürlich gehören die Schokoküsse auf runde Waffeln gestellt. Ich hatte allerdings keine und habe Backoblaten mit einem Durchmesser von 50 mm genommen.

Hier wird mit heißem Zuckersirup gearbeitet. Deshalb bitte darauf achten, dass sowohl die Schüssel als auch das Rührwerkzeug hitzebeständig ist. Außerdem ist es vielleicht gut, wenn Ihr jemanden habt, der den Zuckersirup zu dem Kichererbsenschaum gießt, während ihr rührt. Ich habe es alleine gemacht, aber es war etwas wackelig. Ein Standmixer wäre natürlich perfekt.

Weil Schokoküsse so süß und mächtig sind, habe ich eine kleine Menge gemacht. Man kann die Schokoküsse maximal einen Tag lang in einer luftdicht verschließbaren Dose und bei Zimmertemperatur aufbewahren.

 

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Vegane Schokoküsse (7-8 Stück)

abgewandelt nach diesem Rezept

Zutaten
60 ml Flüssigkeit aus einer Dose Kichererbsen
1/4 TL Guarkernmehl
1/8 TL Weinstein (kein Backpulver!) oder 1/2 TL Zitronensaft
1 großzügige Prise gemahlene Vanille
125 g Zucker
1 EL Wasser
Backoblaten (50 mm Durchmesser)
150 g dunkle Schokolade
1 EL Kokosfett

Vorgehensweise
1. Für die Füllung Kichererbsenflüssigkeit und Guarkernmehl in eine schmale, hohe Schüssel geben. Ca. zwei Minuten aufschlagen, dann Weinstein oder Zitronensaft und Vanille dazugeben. Fünf Minuten weiterschlagen, bis die Mischung sehr steif ist.
2. Beiseite stellen.
3. Zucker und Wasser in einen kleinen Topf geben und langsam erhitzen, dabei ständig rühren. Den Sirup 3-4 Minuten bei starker Hitze kochen lassen. Vom Herd nehmen.
4. Den Schaum noch einmal kurz aufschlagen. Unter ständigem Mixen vorsichtig den Zuckersirup dazugeben. Alles gut aufschlagen.
5. 7-8 Backoblaten auf ein Stück Backpapier legen.
6. Füllung in eine Spritztüte mit Sterntülle geben und großzügig auf die Oblaten spritzen. (Siehe Bild)
7. Für den Schokoladenüberzug Schokolade hacken und zusammen mit dem Fett im Wasserbad schmelzen. Gut durchrühren.
8. Die Schokolade mit einem Löffel vorsichtig über die Füllung gießen. Darauf achten, dass der gesamte Schaumkuss mit Schokolade überzogen wird.
9. Fünf Minuten ruhen lassen, dann mit einer Pralinengabel oder einem dünnen Spatel auf ein Kuchengitter setzen. Schokolade abtropfen lassen und die Schokoküsse ungefähr alle zehn Minuten bewegen, damit die Schokolade nicht am Gitter kleben bleibt.
Trocknen lassen.

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P.S. Charis von Floral Frosting hat ihr tolles Macaronrezept geteilt. Ihr findet es hier!

36 Comments

  • […] form (or isn’t very accessible). When aquafaba became popular for example, I made a batch of schokokuesse, which is marshmallow fluff covered in chocolate. I was so exited to finally be able to do that. […]

  • 1 Jahr ago

    Hi, das Rezept klingt super klasse! Ich frage mich, ob etwas Xanthan noch gut wäre, da Xanthan ja speziell Schäume stabilisiert. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren! Liebe Grüße, Kathi, die TofuTante

    • Mihl
      1 Jahr ago

      Einige Leser_innen haben dieses Rezept mit Xanthan statt Guarkernmehl ausprobiert. Beide haben die gleiche Wirkung. (Ich habe nie Xanthan da und Guarkernmehl gibts im Bioladen bei uns um die Ecke.) Guar und Xanthan ist vielleicht ein bisschen zu viel des Guten, aber probiers doch mal aus, ich würde mich freuen zu hören, was rausgekommen ist!

  • Rauschi
    2 Jahren ago

    Waas!? Das ist ja fantastisch. Die werde ich kommendes Wochenende machen! Danke fürs Teilen

  • Sansan
    2 Jahren ago

    Es ist echt faszinierend zuzusehen, wie sich da plötzlich so eine weiße Schaummasse bildet :) Und die wird fest!!!! (auch mit Zitrone statt Weinstein)
    Leider hatte mein Kichererbsen-Dosensaft etwas zu viel Salz, muss mal ne andere Sorte nehmen.
    Und es schmeckt herrlich auf (veganem) Nuss-Nougat- oder Zartbitter-Aufstrich *mnjamm*

    Vielen Dank fürs Rezept!

    • Mihl
      2 Jahren ago

      Ja, das stimmt. Am Anfang wollte ich das ständig machen, weil ich es nicht so richtig glauben konnte.

  • 3 Jahren ago

    I love all the chickpea brine creations you’re posting! I still haven’t tried it myself (I did a quick experiment with home-cooked bean liquid but I think it was too thin and I haven’t gotten guar gum or xanthan gum yet) but your chocolate kisses look gorgeous.

  • 3 Jahren ago

    Amazing recipe and great photos! I followed a link from the Vegan Meringues group on facebook, can’t wait to try this very soon, thanks!

  • Marie
    3 Jahren ago

    Tatsächlich nur ein EL Wasser? Im verlinkten Rezept wird mehr Wasser als Zucker verwendet. Sirup habe ich leider nicht hinbekommen, nur harte Klumpen und das bisschen Wasser ist sofort verdampft.

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Hallo Marie, schade, dass es nicht geklappt hat! Im verlinkten Rezept werden Centiliter (cl) verwendet. 1 cl = 10 ml. Ich habe das Rezept ungefähr halbiert, die Angabe stimmt. Wenn der Zucker klumpt, hat das nichts mit dem Wassergehalt zu tun, denn man kann Zucker auch ohne Wasser in Sirup verwandeln. (Und dann zu Bonbons u. ä. weiterverarbeiten.) Wenn er hart wird, ist er wieder kristallisiert. Das kann passieren, wenn nicht aufgelöster Zucker z. B. vom Topfrand in die Mischung rutscht. Das kann man verhindern, wenn man nach dem Aufkochen nicht mehr rührt, bzw. die Kristalle mit einem nassen Silikonpinsel vom Rand wischt. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man auch ganz aufs Rühren verzichten.

  • 3 Jahren ago

    I used to love chocolate kisses pregan (the’re called chocoladezoenen in Dutch). I found an instruction video for a similar recipe to the one you used for inspiration, except they add some sugar to the eggwhite during the first whipping stage and emphasized that after adding the syrup, you should continue to whip for about 10 minutes to help the fluff firm up. I think I’ll try a combination of your recipe and that one.

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Usually the method is to add sugar and then a stabiliser, so you can try that for the first whipping. After you’ve added the syrup the mixture will change its texture, deflate and get sticky, and I don’t think that whipping for a longer period will do much at this point. P.S. I am sorry, but I am not comfortable with the offensive name for those chocolate kisses in the link you posted. That is why I removed it. (We used to have similar names in German and every time I see them they make me cringe.) I hope you understand and please let me know how your chocoladezoenen come out!

      • 3 Jahren ago

        Thanks for the advice! I am very excited to try this. You’re right that the old Dutch name for chocolate kisses is offensive. Let’s hope it goes out of fashion soon, along with black Pete and any other racist cultural memorabilia.

        • Mihl
          3 Jahren ago

          Thanks for understanding <3

          • 3 Jahren ago

            So I made the chocolate kisses. After I whipped up the chickpea liquid with some sugar, xanthan gum and cream of tartar, the fluff was already so stiff and sweet that I skipped the sugar syrup step and just piped it onto my wafers. I let it dry for an hour, because that’s what the guy in the video did, and then it was stiff enough that I could dip it into the chocolate. The result was so close to eggy chocolate kisses, I almost can’t believe it. I posted my version of the recipe here http://vegetus.nl/veganzoenen/

          • Mihl
            3 Jahren ago

            That is fantastic, Martine! Thanks for sharing the link!

  • 3 Jahren ago

    Wow!
    Noch vor kurzem habe ich mich gefragt, ob es nicht ein tolles veganes Rezept für Schokoküsse gibt und nun kommst du! ♥
    Das ist einfach nur wundervoll – herzlichen Dank dafür! :)

  • 3 Jahren ago

    Oh, I could eat an entire batch of these on my own! Chickpea brine is some amazing stuff isn’t it? All this time we could have been using it! Oy!

    These little treats remind me of the sorting hat from Harry Potter :)

  • 3 Jahren ago

    Ganz tolles Rezept! Werde ich auf jeden Fall ausprobieren :) könnte man auch Kokosöl verwenden?

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Klar, wenn Du nichts gegen einen leichten Kokosgeschmack hast.

  • 3 Jahren ago

    Was für eine tolle Idee! Das muss ich unbedingt auch mal ausprobieren. Hut ab für so viel Experimentierfreude… :-)

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Danke!

  • Susanne
    3 Jahren ago

    Wie großartig das ist! Ich habe das direkt nachgemacht und nun warte ich, dass sie trocknen. ICH WILL ABER NICHT WARTEN! ;)
    Die Creme schmeckt super!

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Sehr cool! Ja, das Warten ist hart.

  • Anne
    3 Jahren ago

    Mmh, da habe ich schon lange drauf gewartet, auf so ein Rezept – aber wieso kann man sie nur einen Tag lang aufbewahren? :-|

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Sie fangen leider an zu zerlaufen.

  • 3 Jahren ago

    These look amazing Mihl. They remind me of a well-known treat here sold in Marks &Spencer called „Walnut Whips“. Definitely the same concept just topped with a half walnut. My Dad used to love them!

    • Mihl
      3 Jahren ago

      A walnut sounds like a terrific idea!

  • […] Good good [food] Vegan Flødeboller (Soft Marshmallow Treats) via Seitan is My Motor German vegans rejoice [or any vegans, really]: Schokoküsse can now make an […]

  • Anne
    3 Jahren ago

    Oh, chocolate kisses!

  • 3 Jahren ago

    Vielen Dank für die zwei super Rezepte, ich hab mich noch nicht ran gewagt, kommt sicherlich bald.
    Aber lustigerweise hab ich neulich auch ausgiebig darüber Nachgedacht mir so eine Macaron-Backmatte zu besorgen. Hab es dann aber erstmal gelassen. Ich abe aber auch eine Frage: Wo hast Du den Weinstein her? Ich habe Backpulver mit/aus Reinweinstein (Bioladen). Aber ich vermute, dass der reine Weinstein nochmal was anderes ist, gell? Für eine Antwort bin ich SEHR Dankbar!!

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Hallo Katy, ja das ist was anderes. Ich kaufe den in einem Laden für US/UK-Produkte, gibt es aber auch in Apotheken oder im Internet. Wenn Du magst, kannst Du Dir ja den vorherigen Eintrag durchlesen. Da gehe ich näher drauf ein.

  • 3 Jahren ago

    Wann wolltest Du nochmal Dein Kochbuch veröffentlichen?! Das ist wirklich der Wahnsinn! Tatsächlich habe ich in letzter Zeit große Lust auf Schokoküsse gehabt, habe nach veganen Optionen im Internet gesucht – und jetzt bin ich fündig geworden. Falls ich es bald schaffe, sie zu testen, berichte ich natürlich.

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Ja, mach das! Ich freue mich.

  • 3 Jahren ago

    Wow, das sieht super aus! Werd ich auch mal ausprobieren, sobald ich Zeit hab.

    Liebe Grüße,

    Sandra

    http://www.vegane-prinzessin.blogspot.de

    • Mihl
      3 Jahren ago

      Das würde much sehr freuen, danke Sandra!

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