Minitartelettes mit weißer Schokolade und Zitrone

Ich hatte mir vorgenommen, hier zwei Mal pro Woche etwas zu schreiben. Aber dieses Ziel wurde sofort über den Haufen geworfen, als F krank wurde. An einem Samstagmorgen stand sie nicht auf. Um 9.30 Uhr haben wir mal nachgesehen und da lag das Kind im Bett und hatte Fieber und zwar gleich 40°C. Die nächsten zwei Wochen war sie krank, erst ein viraler Infekt und dann noch eine Bronchitis. 14 Tage Fieber! Am Anfang war es nicht so schlimm, sie fand es toll, dass wir zu Hause bleiben konnten. Sie half mir beim Kochen, spielte, guckte sich Bücher an, knetete, malte ungefähr 1000 Bilder. Bei Fieber dreht sie normalerweise immer auf, braucht weniger Schlaf und redet wie ein Wasserfall. Nach ein paar Tagen aber änderte sich das diesmal. Ich wollte ihr Pfannkuchen machen und sie wollte nichtmal helfen, sondern blieb freiwillig im Bett. Das hat sie noch nie gemacht. Später rührte sie das Essen nicht an. Über eine Woche hat sie jeden Tag nur drei Löffel Joghurt gegessen.

Wenn ich krank werde, versuche ich das zu ignorieren. Ich nehme eine Schmerztablette, bewaffne mich mit Hustenbonbons und Taschentüchern und versuche, durch den Tag zu kommen. Erst wenn es gar nicht mehr anders geht, lege ich mich ins Bett. F wusste gleich, was ihr guttat und was nicht. Sie schlief viel und aß nichts mehr. Wir waren ein paar Mal beim Kinderarzt, einmal sogar im Krankenhaus. Ich wollte unbedingt, dass sie wieder gesund wird und sich normal verhält. Dieser Krankheitsverlauf war sehr neu für mich und natürlich habe ich mir (viel zu viele) Sorgen gemacht. Ich habe nicht zum ersten Mal gelernt, dass Eltern nicht immer am besten wissen, was gut für ihre Kinder ist oder was normal. Klar war das Kind schon oft krank, aber das dauerte nie länger als eine Woche, Fieber höchstens fünf Tage. Da konnte doch was nicht stimmen, dachte ich. Die Kinderärzte aber sehen jeden Tag Kinder mit hartnäckigen Viruserkrankungen, insbesondere wohl dieses Jahr. Die bringt ein Pseudokeuchhusten nicht aus der Fassung und auch ein zweiwöchiges Fieber kann mal vorkommen, insbesondere, wenn sich das Kind mit gleich zwei Infekten rumschlägt. Selbst das mit dem Essen fanden sie nicht weiter schlimm. Und nein, man muss das Fieber nicht unbedingt senken. Das hat mich natürlich beruhigt, irgendwie. Um dann gleich wieder zu denken: „Da muss man doch was machen können!“

Der einzige Ratschlag immer wieder: warten. Meine Vorstellung dagegen: eine Wundertablette oder eine Impfung gegen jeden Virus, den es gibt. Ich wollte unbedingt wieder zu unserem normalen Tagesablauf zurückkehren. Damit wir Eltern nicht mehr ständig nachts wach wurden, weil wir dachten, das Kind erstickt gerade. Oder damit wir endlich aufhören konnten, jeden Bissen zu feiern, den F zu sich nehmen wollte. Und das Thermometer endlich wieder wegpacken. Ich war von mir selber genervt, weil ich mich ständig sorgte. Ich hatte ja auch nichts anderes zu tun, als das Kind zu beobachten. Dann wurde ich allerdings selber krank und so konnten wir wenigstens zusammen leiden. Irgendwann war Fs Körpertemperatur endlich wieder normal. Sie stellte ihren Mittagsschlaf ein und fing wieder an zu spielen, sie verhandelte und argumentierte, wenn ihr was nicht gefiel. Als ich ein Kochbuch auf dem Tisch liegen hatte, ein Brownierezept aufgeschlagen, sagte sie: „Die können wir backen!“ Wir brachten das Kind probehalber in den Kindergarten. Da hat sie dann zum Mittagessen zwei Portionen Nudeln verdrückt. Und abends zwei Brownies. Endlich war der Virus weg.

Vor einiger Zeit habe ich Tartelettes mit weißer Schokolade und Zitronenfüllung gemacht. Ja, die von denen ich schon erzählt habe. Aber während wir in unserer Wohnung festsaßen, habt Ihr wahrscheinlich den Schokoladenaufstrich schon gegessen. Das verüble ich niemandem. Denn wir hatten ein ähnliches Problem. Als ich die Tartelettes vorbereitet habe, fragte F immer wieder: „Wann kann ich denn eins haben?“ Wir haben zwei Dinge auf jeden Fall gemeinsam: wir sind sehr ungeduldig und wir mögen Süßes.

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Minitartelettes mit weißer Schokolade und Zitrone

Zutaten
Für den Boden
200g Mürbeteigplätzchen oder andere vegane Kekse
2 EL Öl
Für die Füllung
6 EL frischer Zitronensaft
4 EL Wasser
6 EL Hafer- oder Sojasahne, als Ersatz Koksmilch
6 EL Zucker
1/2 TL Agar Agar
2 TL Stärke
Für die Glasur
225 g weißer Schokoladenaufstrich

Vorgehensweise
1. 6 kleine Förmchen bereitstellen, Durchmesser ca. 9 cm
2. Plätzchen und Öl in einen Universalzerkleinerer geben und zu einer krümeligen Masse verarbeiten.
3. Die Masse in die Förmchen geben und gut andrücken.
4. Für die Füllung Zitronensaft, Wasser, 4 EL Sahne und Agar Agar in einen kleinen Topf geben.
5. Die restliche Sahne mit der Stärke mischen.
6. Zitronensaftmischung aufkochen und eine Minute köcheln lassen.
7. Stärkemischung dazugeben und nochmal eine Minute kochen lassen.
8. In die Förmchen gießen.
9. Für die Glasur den Aufstrich über einem Wasserbad schmelzen und über die Füllung gießen.
10. Die Tartelettes im Kühlschrank fest werden lassen und ca. eine Stunde vorm Servieren herausnehmen.

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4 Comments

  • 2 Jahren ago

    Oh, I’m sorry to hear you guys have been unwell – that sounds awful, but glad you are both feeling better. These tarts look beautiful!

  • 2 Jahren ago

    Those Tartelettes look so delicious!

  • 2 Jahren ago

    There’s nothing as scary as seeing your kids really sick. Poor little F — I’m glad she’s finally feeling better. I can understand the restorative value of brownies and lemon tartelettes! She knows what’s best.

  • Gill Lee
    2 Jahren ago

    In England we have a saying „Feed a cold and starve a fever“ obviously F know’s what’s good for her…including white chocolate lemon tartelettes as part of her recuperative regime! There’s a lot of interesting research going on right now about fasting to cure all sorts of things, I have to say when I’m ill it’s about the only time I don’t want to eat. Must be something in it!

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