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Best Vegan Brownies | seitanismymotor.com

Hallo, Ihr Lieben! Der Blog ist zurück. Ha, ha, ich weiß. Aber ich habe das beste Brownierezept der Welt gefunden und das möchte ich niemandem vorenthalten. Ich hab fast eine Woche darüber nachdedacht, ob ich deshalb wirklich den Blog abstauben soll. Denn Euch wird nicht entgangen sein, dass ich seit über einem halben Jahr nichts mehr gepostet habe. In der Zwischenzeit hatte ich mein 10-jähriges Veganjubiläum und auch den Blog gibt es schon lo lange. Immer wieder ging es in den letzten Monaten meinem Kopf hin und her, ob es sich überhaupt noch lohnt, weiterzumachen, da ich immer wieder frustriert darüber bin, wie oberflächlich und anonym das Bloggen geworden ist – aus meiner Perspektive. Denn als ich anfing gab es eine überschaubare Reihe von Bloggern und viele von uns kannten sich zumindest online. Ich ärgere mich auch oft über mich selbst, dass ich es mit dem Bloggen nicht so hinbekomme, wie ich mir das vorstelle. Kontakte knüpfen und pflegen kriege ich kaum hin, da ich neben Vollzeitjob und Familie froh darüber bin, wenn ich überhaupt was veröffentlicht kriege.

Aber da dieser Blog kein kommerzieller ist, ist es eigentlich auch egal, was ich wann poste, oder? Also, was solls. Außerdem handelt es sich bei diesen Brownies wirklich um die leckersten, die Ihr je gegessen habt. Sie sind super reichhaltig und mächtig, sehr saftig, haben einen tollen Schokoladengeschmack und dazu noch eine tolle knusprige Kruste. Genauso, wie Fudgebrownies sein sollen! (Sagt meine amerikanische Kollegin.)Das Originalrezept stammt aus einem Buch, das ursprünglich von America’s Test Kitchen veröffentlicht wurde. Dort findet man viel Theorie hinter den Rezepten und hilfreiche Tipps. Wenn Brownies die typische knusprige Kruste bekommen sollen, braucht man Zucker. Sehr viel Zucker. Und statt Eiern kann man Mayonnaise verwenden. Das Zucker fürs Backen wichtig ist, sage ich ja schon seit Jahren, aber das mit der Mayonnaise war mir neu. Und es hat wunderbar funktioniert. Ich habe schon so viele herkömmliche Brownierezepte veganisiert und immer war das Ergebnis enttäuschend. Aber mit dem richtigen Eiersatz läuft die Sache. Und nein, man schmeckt es wirklich nicht.

Die besten veganen Brownies
ergibt 16 Stück

Zutaten
30 g Kakaopulver
1 ½ Instantkaffeepulver
150 ml kochendes Wasser
60 g Edelbitterschokolade, sehr fein gehackt
160 ml Öl
50 g geschmolzene Margarine
120 g vegane Mayonnaise
40 g Aquafaba
½ TL gemahlenes Vanillepulver
250 g Zucker
250 g Puderzucker
250 g Mehl
1/8 TL Natron
150 g vegane Reiskuvertüre oder Zartbitterschokolade, fein gehackt

Vorgehensweise

  1. Ofen auf 180°C vorheizen und eine quadratische Backform (20 x 20 cm) mit Backpapier auslegen.
  2. Kakaopulver, Kaffeepulver und kochendes Wasser vermengen.
  3. Schokolade dazugeben und rühren, bis die Schokolade geschmolzen ist.
  4. Öl, Margarine, Mayonnaise, Aquafaba und Vanille dazugeben und glattrühren.
  5. Zucker unterrühren, dabei am besten einen Mixer nehmen.
  6. Als letztes Mehl und Natron einrühren, dann die Schokolade untermischen.
  7. In die Form gießen und ca. 60 Minuten backen. Bei der Stäbchenprobe sollte noch etwas Teig kleben bleiben.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und hoffe, Ihr backt das Rezept nach!

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Die erste Woche des Vegan Month of Food ist vorbei und ich habe es tatsächlich geschafft, alle meine Beiträge fernzusteuern. Wir waren nämlich im Urlaub und die erste Woche musste deshalb schon im August eigetütet und verbloggt werden. Heute brauche ich etwas Urlaub vom Urlaub und daher fällt der Eintrag auf Deutsch aus. Ich will nicht zu viel versprechen, aber vielleicht geht es morgen wieder zweisprachuig weiter. (Ich werde auf der deutschen Seite wohl öfter eine Pause einlegen. Sie wird nicht so viel gelesen wie die englische und einen ganzen Monat jeden Tag Blogeinträge in zwei Sprachen schreiben schlaucht ganz schön.)

Als meine Tochter mal krank war und zu Hause blieb, machten wir am Nachmittag einen Spaziergang durch unser Viertel. Es war zwar Frühling, aber trotzdem ein dunkler, regnerischer Tag. Vor einer Bäckerei stand ein Schild, auf dem bunte Doughnuts zu sehen waren. Natürlich wollte F. sofort in das Geschäft und welche kaufen. Die Bäckerei war aber keine Bäckerei, sondern ein sogenannter Backdiscounter, mit Selbstbedienung, langen Zutatenlisten und so unglaublich niedrigen Preisen, dass die Firma ihren Mitarbeiter_innen nie im Leben einen ordentlichen Lohn zahlt. Dafür bekommen wir eine Wundertüte voll mit Frischhaltemitteln und Feuchthaltemitteln, mit Stoffen also, die dafür sorgen, dass die Produkte schnell produziert werden können und meistens nach einem halben Tag schon schmecken, als wären sie drei Tage alt.

Den Vortrag wollte ich meiner Tochter nicht halten, ich habe statt dessen „zerquetschte Läuse“ (E 120) gemurmelt. Dann hab ich sie gefragt, ob wir die Doughnuts nicht vielleicht selbst machen sollten. Und mich gleich darüber geärgert. Richtige Doughnuts brauchen schließlich Zeit und Geduld. Und selbst wenn ich über diese Dinge (gelegentlich) verfüge, meine Tochter bestimmt nicht.  Manchmal bin ich selbst ein Backdiscounter auf der Suche nach der besten Abkürzung. Aber dann fiel mir unsere Doughnutform ein. Bald darauf haben wir einen mit Backpulver statt Hefe angerührten Teig in die Förmchen gekippt und die Teilchen gebacken statt frittiert.

doughnuts  with berry glaze

Natürlich war F die Herstellungsweise sowieso egal. Und ihre Glasurtechnik war beeindruckend. Wir haben gefrorene Himbeeren aufgekocht und den Saft mit Puderzucker verrührt. Dann gepinselt und getunkt. Da die meisten Kinder knallige Farben mögen, ist das Rezept eine tolle und einfache Idee für Kinderfeiern, Geburtstage und Ähnliches. Wir haben die Doughnuts schon ein paar Mal gemacht. Und auch wenn Ihr keine Kinder mehr seid, jede_r verdient ein bisschen Farbe und Zucker.

Hinweis: Die Farbe der Glasur kann unterschiedlich sein. Beim ersten Mal hat sich diese tolle rote Farbe ergeben, beim nächsten Versuch ging es mehr in Richtung Magenta. Für ein schönes Rot würde ich sicherheitshalber auf Erdbeeren oder rote Johannisbeeren umsteigen. Für eine rosafarbene Glasur kann man den Zuckerguss mit Zitronensaft verdünnen.

doughnuts  with berry glaze

doughnuts  with berry glaze

Doughnuts mit Beerenglasur (12 Doughnuts)
Zutaten
Für die Doughnuts
280 g Mehl
150 g Zucker
1 3/4 TL Backpulver
1/2 TL gemahlene Vanille
1/4 TL Salz
240 ml Sojamilch
120 g Vanillesojajoghurt
6 EL Öl
Für die Glasur
130 g frische oder gefrorene Himbeeren
120 g Puderzucker
bunte Zuckerstreusel nach Bedarf
Vorgehensweise
1. Eine Doughnutform mit 12 Vertiefungen einfetten und den Ofen auf 180°C vorheizen.
2. Für die Doughnuts alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen.
3. Die flüssigen Zutaten dazugeben und alles gut verrühren.
4. In die Vertiefungen der Form füllen und ca. 25 Minuten backen.
5. Ca. 5 Minuten abkühlen lassen, vorsichtig aus der Form lösen und vollständig abkühlen lassen.
6. Für die Glasur die Beeren kurz aufkochen (ca. 5 Minuten), bis der Saft austritt.
7. Saft abschöpfen und abkühlen lassen.
8. Für die Glasur den Puderzucker in eine kleine Schüssel geben.
9. 2-3 EL Beerensaft dazugeben, dabei mit 2 EL anfangen und nach Bedarf mehr Flüssigkeit dazugeben.
10. Doughnuts mit der Glasur überziehen und wenn gewünscht Zuckerstreusel darüberstreuen. Dann trocknen lassen.

Manchmal schaue ich mir meine alten Rezepte an. Dann schüttelt es mich oder ich falle vor Lachen vom Stuhl. Als ich anfing selber zu Backen, und das auch noch vegan, wusste ich eigentlich nichts über Methoden, Zutaten und so weiter. Viele vegane Backbücher gab es auch nicht. Deshalb habe ich alles selbst gemacht und ausprobiert, um es dann auf diesem Blog zu teilen. Ich war ganz wagemutig, viele Eier oder Milchprodukte im Rezept haben mich nicht abgehalten. Ich habe die Rezepte trotzdem veganisiert, wie man so schön sagt. Es hat Spaß gemacht und es war eine sehr kreative Freizeitbeschäftigung. Ich fühlte mich wie Molly Bloom, auch wenn ich nicht im Bett saß, sondern in der Küche einfach eine Zutat nach der anderen in die Schüssel kippte. Stream of Zutaten. Oft hätte ich es mir einfacher machen können, aber dann hätte ich nicht so viel gelernt. Damals war es mir nicht wichtig, was aus den Rezepten wurde. Ich rechnete sowieso nicht damit, dass jemand sie nachbacken würde. Meine Fehler waren für alle sichtbar, aber das war egal, denn es wahr ja nur ein Rezepteblog, kein publiziertes Buch, kein Produkt. Auch wenn das heute immer noch so ist, backe ich anders. Ich kenne viele Backmethoden, weiß welche Zutaten man wann verwenden sollte und welche man getrost weglassen kann. Ich möchte, dass meine Rezepte einfach nachzubacken sind und sie sollen zuverlässig gelingen. Deshalb überarbeite ich manchmal das eine oder andere alte Rezept, mache neue Fotos und stelle es dann wieder ein.

Einmal habe ich in einer Supermarktzeitung ein Rezept für Schoko-Haselnusschnitten gefunden. Ich weiß heute nicht mehr, was genau drin war, aber meiner veganen Zutatenliste nach zu urteilen, müssen es eine Menge Milchprodukte und Eier gewesen sein. Ich muss versucht haben, sie alle peinlichst genau zu ersetzen. Ich habe mir sogar die Mühe gemacht, aus Tapiokastärke, Margarine, Sojamilch, Sojasahne und Backpulver einen eigenen Eiersatz herzustellen. Das war viel zu viel unnötige Arbeit. Aber die Schnitten waren robust und haben meinen umfassenden Zutatenaustausch überstanden. Sie waren sogar ziemlich lecker. Dieses merkwürdige Rezept fällt mir nun immer auf, wenn ich in mein Archiv sehe. Vor einiger Zeit habe ich es endlich überarbeitet und dabei einige Zutaten und Schritte weggelassen. Und die Mürbeteigschnitten sind genau so lecker geworden wie damals: ein dicker, zarter Mürbeteigboden mit einem saftigen Haselnussbelag. Und diesmal war alles viel unkomplizierter.

Wie hat sich Euer Backen und Kochen über die Jahre verändert? Was habt Ihr gelernt und wo seit Ihr jetzt ganz selbstbewusst? Haben sich Eure Methoden verändert und ohne welche Methoden und Zutaten könnt Ihr mittlerweile gut leben, auch wenn ihr immer dachtet, diese wären unersetzbar?

walnut chocolate squares | seitanismymotor.com

Hinweis: Es gibt mittlerweile viele Diskussionen über das richtige Backfett. Ich benutze Kokosfett und zwar hauptsächlich, weil ich es einfach und günstig bekommen kann. Wenn man fair gehandeltes Kokosfett kauft, ist es zudem eine sehr gute Alternative zu Palmölprodukten. Außerdem ist nicht jede Margarine überall verfügbar und manchmal verfälscht das ein Rezept. Ich finde allerdings, jede_r sollte das selbst entscheiden und nicht überall gibt es Kokosfett. Für dieses Rezept kann man deshalb auch Margarine nehmen. Da diese im Gegensatz zu Kokosfett Wasser enthält, braucht man eventuell weniger bzw. gar keine Sojamilch für den Boden.

Mürbeteigschokoschnitten mit Haselnüssen

Zutaten
Für den Boden
300 g Weizenmehl
100 g gesiebter Puderzucker
60 g gesiebtes Kakaopulver
1/2 TL Salz
1/4 TL Backpulver
165 g weiches Kokosfett (oder 200 g Margarine)
1-2 EL Sojamilch, nach Bedarf

Für den Belag
200 g gemahlene Haselnüsse (oder Walnüsse)
180 g brauner Zucker
3 EL Stärke
1 TL Backpulver
1/4 TL Salz
80 g Sojajoghurt
80 ml Öl
60 ml Sojamilch
1 TL Vanilleextrakt oder 1 Päckchen Vanillezucker

Vorgehensweise
1. Eine quadratische Form (20 x 20 cm) einfetten oder mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180°C vorheizen.
2. Für den Boden Mehl, Puderzucker, Kakaopulver, Salz und Zucker in eine Schüssel geben und gut mischen.
3. Das Kokosfett einkneten. Sojamilch dazugeben, falls der Teig zu krümelig ist.
4. In die Form drücken und kurz in den Kühlschrank stellen.
5. Für die Füllung alle trockenen Zutaten mischen.
6. Die flüssigen Zutaten dazugeben und alles gut durchrühren.
7. Auf den Boden gießen und glattstreichen.
8. Ca. 45-50 Minuten backen. Mit Aluminiumfolie abdecken, falls der Belag zu dunkel wird.
8. Vollständig abkühlen lassen und in 16 Quadrate oder größere Stücke teilen.

Chocolate Shortbread and Hazelnut Squares | seitanismymotor.com