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Freitag

30

Januar 2015

8

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Kochbuchrezension: The Lotus and the Artichoke Mexico

Als Neuveganer_in hat man es mittlerweile sehr einfach. Es gibt viele, leicht zugängliche Informationen und noch viel mehr Kochbücher. Gerade letztes ist toll. Wenn man sich jedoch schon länger vegan ernährt, hat man für viele dieser Kochbücher nur leider keine Verwendung mehr.  Denn oft richten sie sich an Kochanfänger_innen und versammeln meist Klassiker und Basisgerichte, die für mich persönlich zu spät kommen, weil ich sie alle schon selbst einmal ausprobiert habe. Deshalb sprechen mich diese Bücher nicht an. Ein ganz anderes Kochbuch ist  “The Lotus and the Artichoke ¡Mexico!” von Justin P. Moore.

Immer, wenn ich in den Urlaub fahre, möchte ich gerne die örtliche Küche ausprobieren. Das wird aber meistens nichts, weil die veganen Alternativen fehlen. Also kaufe ich Kochbücher, schreibe mir Ideen auf, suche im Internet nach authentischen Rezepten und versuche, diese zu veganisieren. Aber nach dem Urlaub ist die Motivation dann leider schnell wieder weg. Wäre es nicht toll, wenn man mal länger bleiben und sich so richtig mit diesem Thema beschäftigen könnte? Das ist genau das, was Justin P. Moore gemacht hat. Er ist mit seiner Familie drei Monate nach Mexiko gefahren und hat dort vielen Köch_innen in die Töpfe geschaut. Dann hat er die Gerichte nachgekocht, seine eigenen Versionen entwickelt und sie alle gesammelt.

Jetzt kann man über 60 dieser Rezepte in einem kleinen, feinen Kochbuch finden. Zu jedem Rezept gibt es ein Foto und das hat Vor- und Nachteile. Alle Rezepte sehen toll aus, und deshalb fällt es sehr schwer, sich zu entscheiden. Ich habe viel markiert und gekocht, dann aber irgendwann etschieden, endlich meine Rezension zu schreiben. Aber ich werde auch danach weiterhin aus diesem tollen Buch kochen! Die vegane mexikanische Küche ist mir nicht ganz neu, ich besitze bereits Vegan Latina von Terry Hope Romero, und es gibt ein paar Rezeptüberschneidungen. Das ist natürlich überhaupt nicht schlimm, denn so kann ich Zutaten und Zubereitungsmethoden vergleichen. Außerdem kenne ich schon viele der Zutaten, die Justin verwendet. Dazu gibt er übrigens jede Menge Tipps und ich kann wie er nur empfehlen, ein paar grundlegende Dinge im Internet zu bestellen. (Chipotlepulver und eingelegte Chipotles. Ohne die geht gar nichts, finde ich. Sie tragen unglaublich viel zum tollen Geschmack der jeweiligen Rezepte bei.) Es lohnt sich. Aber so viel braucht man eigentlich gar nicht, die meisten Rezepten kommen mit Zutaten aus, die es in jedem Supermarkt gibt. Das einzige, was ich an diesem Buch nicht so toll fand, sind die Zutatenlisten. Die Inhaltsstoffe sind nicht streng der Reihe nach aufgelistet. Ich bereite beim Kochen nicht viel vor und schmeiße die Sachen also immer nebenbei in den Topf. Daran habe ich mich gewöhnt. Aus dieser Routine hat mich The Lotus and the Artichoke gerissen und es hat mich beim Kochen verwirrt. Ich hatte das Gefühl, Zutaten und Schritte öfter als sonst nachgucken zu müssen.

book review: the lotus and the artichoke mexico by Justin P. Moore | seitanismymotor.com

1. Mango-Limetten-Ceviche (Mango Lime Ceviche): Ich muss zugeben, ich habe mir für den Anfang ein Rezept rausgesucht, dass mir nicht so toll erschien. Ceviche habe ich noch nie gegessen, aber normalerweise wird das aus Meeresfrüchten gemacht, mit denen man mich schon früher jagen konnte. Justins Version basiert auf Tofu, der mit Zwiebeln, Knoblauch, Chilli und Ingwer angebraten wird. Das ist eine meiner Lieblingszubereitungen für Tofu. Allerdings lauten weitere Zutaten Radicchio und Mango, was in meinem Kopf überhaupt nicht zusammenging. Aber es ging doch zusammen, sehr gut sogar und ich bin froh, dass ich diesen Salat ausprobiert habe!

Kochbuchrezension: The Lotus and the Artichoke Mexico von Justin P. Moore | seitanismymotor.com

 2. Caldo Tlalpeño: Diese Suppe erinnert mich an ungarische Gulaschsuppe. Die Suppe basiert auf Tomaten und Paprika und wird durch eine Sojaschnetzeleinlage sehr herzhaft und sättigend. Alternativen zu den Sojaschnetzeln werden auch angeboten, vorgeschlagen sind Räuchertofu oder Seitan.

Kochbuchrezension: The Lotus and the Artichoke Mexico von Justin P. Moore | seitanismymotor.com

3. Pizza de Papas: Was für eine tolle Pizza! Man bereitet den Teig vor und brät alle Zutaten für den Belag an, bevor man die Pizza in den Ofen schiebt. So werden die Kartoffeln besonders knusprig und das Gemüse sehr aromatisch. Wird auf jeden Fall nochmal gemacht.

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4. Tacos de Lentejas: Eigentlich sollten hier neben den Linsen noch Kartoffeln rein. Davon hatte ich jedoch keine und Justin bietet Blumenkohl als Alternative an. Ich denke, die Kartoffelversion werde ich auch machen, aber auch die Blumenkohlvariation hat mich schon sehr überzeugt. Sehr würzig und sättigend! Ich bin froh, dass ich mittlerweile Biotortillas bekomme, denn die aus dem Supermarkt schmecken für mich mehr nach Zusatzstoffen als nach Brot. Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat und keine Biotortillas bekommen kann, kann Justins Rezept für Tortillas ausprobieren, denn das steht am Ende des Buchs.

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5. Mexican Magic Rice: Ein ähnliches Rezept kenne ich schon aus dem Buch von Terry Hope Romero und auch Justins Version fand ich toll. Gewürzter Reis, Seitan und Oliven, das schmeckt einfach immer. Lässt sich auch leicht verdoppeln und dann kann man ein paar Tage davon leben.

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 6. Chimichurri Tofu: Mit diesem Rezept hatte ich leider ein paar Probleme. Zunächst fand ich die Anleitung sehr ungenau und vielleicht hat das zu einigen meiner Probleme geführt? Man soll den Tofu im Ofen backen, aber es wird nicht gesagt wie. Ich habe ihn in eine Auflaufform gelegt, aber vielleicht wäre ein Backblech besser gewesen? Man soll den Tofu mehrfach mit der dicken Chimichurri-Krautersauce bestreichen, aber bei mir hats nur für ein Mal gereicht, und dass, obwohl ich die Tofumenge schon reduziert hatte. Ich würde den Tofu beim nächsten Mal wahrscheinlich erstmal mit Sojasauce einstreichen, dann backen und die Sauce erst 10 Minuten vor Ende der Garzeit dazugeben.

Manchmal gehen Dinge schief, aber wer weiß, woran es lag. Trotz des Missgeschicks möchte ich Euch The Lotus and the Artichoke ¡Mexico! sehr empfehlen, ihr seht ja, wie toll alles aussieht! Ihr werdet viele toll gewürzte neue Gerichte entdecken, die mit frischen Zutaten zubereitet werden und sehr leicht nachzukochen sind.

Buchcover "The Lotus and the Artichoke Mexico" von Justin P. Moore, erschienen im Ventil Verlag.

The Lotus and the Artichoke ¡Mexico! ist das neue Kochbuch von Justin P Moore. Ich habe mein Exemplar kostenlos vom Ventil Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, für die Rezension gab es aber keinerlei Bedingungen und sie gibt nur meine Meinung wieder.

 

Mittwoch

21

Januar 2015

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Einfache Buchweizenpommes & Einkorn-Pfannkuchen

einkorn oat pancakes | seitanismymotor.com

Heute zum Vegan Wednesday noch ein paar Gedanken zum Thema Inspiration und zum Thema Getreide: Natürlich kommt die Inspiration oft aus Kochbüchern. Allerdings finde ich dafür meistens die Zutaten interessanter als die Rezepte. Das ist mir aufgefallen, als ich Gerichte für das neueste Kochbuchprojekt von Celine Steen und Tamasin Noyes ausprobiert habe. The Great Vegan Whole Grains Cooking Book kommt nächstes Jahr heraus und das Thema ist Kochen mit vollwertigem Getreide. Für dieses tolle neue Buch zu kochen, hat mich an die Zeit erinnert, als ich mein Brot selber gebacken habe und mir deswegen sogar eine Getreidemühle anschaffte. Damals hatte ich unverschämt viele verschiedene Körner im Vorratsschrank, aus denen ich nicht nur fleißig Mehl herstellte, sondern sie auch für die verschiedensten Gerichte verwendete. Irgendwann siegte dann aber die Faulheit, das Brot wurde wieder gekauft und die Getreidesorten aufgebraucht. Von da an gab es dann statt einheimischem Buchweizen oder Einkorn lieber wieder teures, weitgereistes Quinoa.

Für Celines und Tamis Buch musste ich jetzt wieder verschiedene Körner anschaffen und ich war sehr froh darüber. Seitdem wird wieder viel kreativer gekocht, sowohl mit ganzem Korn als auch mit ungewöhnlichen Mehlsorten. Unsere Pfannkuchenphase ist noch nicht beendet, aber damit es nicht langweilg wird, probieren wir immer wieder neue Rezepte aus. Die Pfannkuchen von oben sind aus selbstgemahlenem Einkornmehl gemacht. (Das Rezept folgt unten.) Das Kind ist total begeistert, wenn wir Körner oben in die Mühle schütten, die ein paar Sekunden später unter viel Getöse als warmes Mehl in einer Schüssel landen.

Habe ich schon mal gesagt, wie toll Hafermehl ist? Da es sehr weich ist, ist es schwer zu mahlen, alternativ kann man aber auch Haferflocken im Universalzerkleinerer zu Mehl verarbeiten. Das habe ich für diese Schokoladen-Mandelplätzchen aus  500 Vegan Recipes gemacht. Schokolade hatte ich keine, stattdessen habe ich einfach 60 ml Öl genommen.

almond oat cookies | www.seitanismymotor.com

F ist hat nicht nur ein Lieblingsessen. Pizza ist genauso beliebt wie Pfannkuchen, auch weil man sie so leicht selbermachen kann. Ich weiß, ich sollte hier nicht so mit meinem Kind angeben, aber ich finde es schon toll, dass eine Dreijährige ihre eigene Pizza macht. Wir kneten den Teig und dann bekommt sie eine Portion, die sie ganz alleine ausrollt und ohne Hilfe belegt. Es ist fantastisch, dass sie sich schon so fürs Kochen interessiert. Wir haben nichts gegen Fertig- oder Tiefkühlprodukte, aber es ist gut zu wissen, dass das Kind sich später ohne Probleme selbst versorgen kann und neben einer Fertigpizza dann wahrscheinlich hunderte selbstgemachter Alternativen hat. Außerdem lernt sie beim Mitmachen, dass alle Familienmitglieder fürs Kochen verantwortlich sind und sich jeder einbringen kann. Letztes Wochendende haben wir eine Dinkelpizza gemacht. Wir waren alleine, ich habe die Pizza aber trotzdem nach unserem Standardrezept gemacht. So hatten wir dann eine ganze Menge Teig übrig, den wir anschließend zu Minibroten für das Sonntagsfrühstück verarbeitet haben.

mini spelt bread | www.seitanismymotor.com

Wenn man viel experimentiert und improvisiert, findet man manchmal auch tolle neue Zubereitungsmethoden für Lebensmittel, von denen man immer dachte, sie schmecken nicht. So ging es mir mit Buchweizen. Ich mag ihn eigentlich weder roh (in Rohkostgerichten zum Frühstücksbrei oder Müsli verarbeitet) noch gekocht. Egal wie man es macht, Buckweizen entwickelt meiner Meinung nach eine ähnliche Konsistenz wie eingeweichte Lein- oder Chiasamen, und die ist leider immer schleimig. Dann habe ich den Buchweizen gemahlen und wollte damit backen. Meine ersten Waffeln haben mich nicht überzeugt. Der Buchweizengeschmack war viel zu aufdringlich und passte auch nicht so gut in ein süßes Rezept. Also habe ich das Mehl für die Waffeln mit anderen glutenfreien Mehlen gemischt und das war gleich viel besser. In kleinen mengen würde ich ihn also weiterhin süßen Speisen beimischen, in größeren Mengen passt er besser zu Herzhaftem. Für den gekochten Buchweizen habe ich in der Zwischenzeit übrigens die ultimative Lösung gefunden. Wenn man ihn gleich nach dem Kochen püriert, kann man daraus tolle Pommes machen. Die sind so ähnlich wie frittierte Polenta und schmecken super.

These buckwheat fries are so easy to make and they are the only buckwheat recipe you will ever need. Even if you are a buckwheat hater, you will love these! They are both crispy and moist and they are also gluten-free and vegan.

Einfache Buchweizenpommes

100 g Buchweizen
240 ml Gemüsebrühe
2 Knoblauchzehen
Salz und Pfeffer

Öl zum Braten oder Backen

Buchweizen und Brühe in einen Topf geben. Nach Packungsanweisung weich kochen. (Mein Buchweizen braucht ca. 10 Minuten.) Das gekochte Getreide sofort in eine Küchenmaschine geben und mit Knoblauchzehen pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
 
Eine gefettete Kastenform vorbereiten und den Buchweizen hineingeben. Glattstreichen und vollständig abkühlen lassen.
 
Öl in einer Pfanne erhitzen und die Buchweizenspalten auf allen Seiten knusprig braten.

Mit scharfer Sauce als Snack oder Beilage servieren.

Einkorn-Hafer-Pfannkuchen

120 g Einkornmehl (Dinkel- oder Weizenvollkornmehl als Ersatz)
30 g Haferflocken
1 TL Backpulver
1/4 TL Salz
240 ml Wasser oder Sojamilch
60 g Apfelmus
2 EL Agavendicksaft
Öl für die Pfanne

Alle Zutaten für den Teig vermischen und zehn Minuten quellen lassen.

Öl in einer Pfanne erhitzen und jeweils 2-3 El Teig hineingeben. Bei mittlerer Hitze goldgelb backen, wenden und die andere Seite backen. Das Einkornmehl lässt die Pfannkuchen schnell bräunen, deshalb darauf achten, dass sie nicht zu dunkel werden.

Mit Marmelade oder Zucker servieren.

 VeganWednesday