seitan is my motor

Freitag

20

Februar 2015

7

COMMENTS

Weißer Schokoladenaufstrich

vegan white chocolate spread | seitanismymotor.com

Für alle im Westen aufgewachsenen Kinder war Nutella das Beste. Schokolade aufs Brot, von den Eltern erlaubt. Bei uns gab es allerdings kein Nutella. Nicht, weil meine Eltern dazu eine Meinung gehabt hätten. Sie haben unseren Süßigkeitenkonsum nur selten eingeschränkt. (Aus heutiger Sicht finde ich das gut. Wir haben es ja auch so gelernt, auch wenn das nicht immer einfach war.) Aber sie wollten, dass wir den Aufstrich aufs Brot schmieren. Und das wollten wir nicht. Obwohl das Brot, das meine Eltern kauften, toll war. Frisches Mischbrot mit glänzender Knusperkruste. Aber mit Sauerteig und dazu schmeckt weder Marmelade noch Nutella. Na ja, wenn ich ehrlich bin, war das gar nicht der Grund. Denn auch wenn unsere Eltern verboten hatten, den Aufstrich direkt aus dem Glas zu essen, hätten wir es wohl trotzdem gemacht. Eigentlich war es so, dass ich kein Nutella mochte.

Manchmal haben wir unseren Vater angebettelt, uns ein Glas dieses so begehrten Schoko-Haselnussaufstrichs zu kaufen. Er hat sich geweigert und wir haben gebettelt und gebettelt, bis er aufgab. Er kaufte Nutella, obwohl er wusste, dass wir genau einmal davon essen würden. Dann landete es im Schrank, dreiviertel voll. Und da blieb es.  Ich wollte ja gerne dazugehören, ich wollte Nutella mögen, genau wie die anderen Kinder, aber das Zeug schmeckte mir einfach nicht. Meiner Schwester mag es ähnlich gegangen sein. Es war zu reichhaltig, glaube ich. Und es war auch diese Fett-Kakao-Mischung, die mich gestört hat. Denn Kakao schmeckt nun mal nicht wie Schokolade und Kakao mit Pfanzenfett schon gar nicht. Und ohne Kakaobutter geht sowieso nichts. Die fand ich wohl so toll, dass ich irgendwann komplett auf weiße Schokolade umgestiegen bin. Ach, die habe ich so geliebt und wirklich vermisst, als ich Veganerin wurde.

Ich habe danach ein paar vegane Sorten durchprobiert, aber die waren nix. Dann gab es eines tages diese Sorte mit dem furchtbar albernen Namen. Ein bisschen sehr gelb war sie, aber geschmeckt hat sie genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte: sehr süß, fast ein bisschen zu süß, und sehr cremig. Gekauft habe ich sie bisher nur selten, denn ich musste sie immer im Internet bestellen, im 500 g Beutel, der war günstiger. Schon vor der Bestellung habe ich mir jedes Mal überlegt, wie ich meine Schokolade anlegen würde, verarbeitungstechnisch, denn so etwas Besonderes sollte ich besser nicht einfach verschlingen. Und obwohl es mittlerweile Kokku gibt, einen tollen kleinen Onlineversand, dessen Lager sich direkt bei mir um die Ecke befindet, und wo man die Schokolade einfach so aus dem Regal fischen kann, mache ich das immer noch so. Das mit dem Überlegen und Planen. Weiße Schokolade ist was Besonderes, genau wie jede andere Schokolade auch, und deshalb versuche ich, etwas Tolles aus ihr zu machen. Diesmal ist es ein weißer Schokoladenaufstrick mit knackigen, gerösteten Mandelstückchen geworden. Den kann man wiederum direkt aus dem Glas essen, aber das ist jetzt eine andere Geschichte. (Tut es nicht, nächste Woche kommt ein Rezept für Tartelettes mit weißer Schokolade und Zitronencreme.)

Weißer Schokoladenaufstrich

Zutaten
180 g Mandelstifte
2 EL Öl
Samen einer halben Vanilleschote
150 g geschmolzene weiße Schokolade
1 Msp Salz

Vorgehensweise
1. Die Mandeln in eine kleine Pfanne geben und leicht anrösten. Abkühlen lassen.
2. Mandeln und Öl in einen Universalzerkleinerer geben und zu einer feinen Masse mahlen. Dann weitermahlen, bis die Masse zu Mus wird. Das dauert, je nach Gerät, eine Weile. Zwischendurch die an den Rändern hängen gebliebene Masse abkratzen und immer weiter pürieren, aber darauf achten, dass das Gerät nicht überhitzt.
3. Wenn sich die Masse in Mus verwandelt hat, Vanille dazugeben.
4. Schokolade dazugeben, Salz darüberstreuen und alles nochmal pürieren.
5. In einem Glas aufbewahren.

Hinweise
Die Mandelmasse lässt sich nicht zu glatten Mandelmus verarbeiten, wie man es aus dem Geschäft kennt. Dadurch bekommt der Aufstrich eine tolle Textur, die an Erdnussmus der Sorte “Crunchy” erinnert. Alternativ kann man 150 Gramm fertiges Mandelmus nehmen, so geht es dann auch noch schneller.

© seitanismymotor.com 2015. All rights reserved.

vegan white chocolate spread | seitanismymotor.com

Donnerstag

19

Februar 2015

4

COMMENTS

Maultaschen mit Spinat und Räuchertofu

Maultaschen (stuffed dumplings) | seitanismymotor.com

Keinem ist entgangen, dass am Aschermittwoch die Fastenzeit losging. Für Katholiken hieß das früher, viel zu beten, Buße zu tun, Almosen zu geben und auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Ganz früher verzichtete man auch auf Fleisch. Dann gab es aber die Cleveren, die dachten, Gott würde es sicher nicht merken, wenn sie ihr Fleisch einfach in einer Teigtasche versteckten, und so wurde die Maultasche mit Fleisch erfunden. Ich bin katholisch aufgewachsen, aber das war mehr Tradition als Glaube. Also haben wir auch die Fastenzeit nie beachtet. Auch heute faste ich nicht, mit fehlt sowohl der Glaube als auch die Motivation. Maultaschen esse ich trotzdem gerne, insbesondere weil bei dieser veganen Version nichts versteckt wird und jede_r sie essen kann. Das Rezept dafür steht heute ausnahmsweise nicht auf meinem Blog, sondern auf der tollen Seite All About Vegan Food, einer international angelegten Seite, die sich dem Veganismus widmet. Der Beitrag ist leider nur auf Englisch verfügbar, wer sich aber mit einer Tempeh-Spinat-Füllung zufrieden gibt, wird hier fündig.