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Montag

20

April 2015

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Scharfe Currywurst mit Mango-Currysauce

spicy vegan currywurst | seitanismymotor.com

Heute geht es mal nicht nur ums Essen, sondern auch darum, was wir essen. Und warum wir als Eltern bestimmte Entscheidungen treffen. Dieser Eintrag ist wahrscheinlich auch voller Widersprüche. Aber erstmal langsam. Was habt Ihr dieses Wochenende gegessen? Habt Ihr was gekocht, seid Ihr ausgegangen? Pizzadienst? Früher habe ich massenweise eingekauft und dann stundenlang gekocht. Das war entspannend und ich hatte Zeit über alles Mögliche nachzudenken. Das war vorm Kind. Heutzutage freue ich mich, wenn ich mir in Ruhe ein Brot schmieren kann. Aus mehreren Gründen gibt es das entspannte Kochen nämlich nicht mehr. Vor allem, weil wir am Wochenende etwas zusammen machen wollen und da ist einfach keine Zeit mehr, für stundenlange Essensplanungen. Wir unternehmen was und wenn wir wiederkommen, muss sofort das Essen her. Oder wir kochen gar nicht mehr und es gibt Pizza. So unglaublich verlockend, seitdem es die Pizzastube gibt. Die haben neben den besten Pizzen der Stadt auch frisches Knoblauchöl und veganen Käse. Das ist bequem und schnell und außerdem habe ich manchmal auch einfach keine Lust zu kochen.

Wenn wir doch kochen, ist es nicht sehr entspannend. Eine dreijährige Person in der Küche verbreitet gerne ungewollt Hektik. Türen aufmachen und in die Schränke gucken. “Mama, was ist das? Kochen wir das? Kann ich Schokolade?” Ich muss aufpassen, dass ich alle scharfen Messer außer Reichweite lege. Und natürlich darf ich das Kind nicht alleine am Herd stehen lassen. Und dann: “Aber wann ist denn das Essen fertig? Jetzt? Ich hab Hunger! Gehts jetzt los?” Na ja, es wird leichter. F weiß, dass sie das Messer nicht anfassen soll und meistens hält sie sich dran. Das Kochen macht ihr großen Spaß und es ist schön, zu beobachten, wie sie sich stolz ihr Essen selber macht. Schneiden lasse ich sie eigentlich noch nichts – das haben wir nur ein Mal gemacht und ich hätte fast einen Herzinfarkt bekommen. (“Kind, gleich ist der Finger ab! Oder die Hand?”) Aber sie zieht sich einen Stuhl an den Herd und rührt in den Pfannen und Töpfen. Sie ist vorsichtig und genau und hat sich bisher noch nicht verbrannt. Das Schneiden soll sie auch bald lernen, jedenfalls sobald ich es nervlich verkrafte. Bis dahin kneten wir. Besonders gerne Seitanwürste.

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Wie alles, was wir zu Hause kochen, sind die vegan. Auch wenn unser Kind Vegetarierin ist. Es ist interessant, wie anders wir im Vergleich zu unseren Eltern kochen und was wir über unser Esen wissen, würüber wir reden. Und auch, wie anders unser Kind aufwächst. In der Stadt, nicht auf dem Dorf. Das Essen kommt aus dem Supermarkt und nie vom Bauern nebenan. Bauernhöfe kennt sie nur als romantisch-idyllisch-gelogene Kinderversion aus ihren Büchern. Die Tierfabriken, die bei meinen Eltern rumstehen, würde sie nicht als Bauernhof erkennen. Ich bin in einem Bauerndorf aufgewachsen. Meine Großeltern waren noch Bauern, einige meiner Freunde kamen von Bauernhöfen. Bei uns in der Gegend gibt es unglaublich viel Tierhaltung und viele Menschen wachsen damit auf, Tiere für Essen sterben zu sehen. Immer wieder geht es in Unterhaltungen darum, dass meine Gesprächspartner_innen als Kind miterlebt haben, wie ein Tier getötet wurde. Manche haben auch bei der Wurstherstellung oder ähnlichen Dingen geholfen. Sie sagen dann, es sei doch normal. Sie sagen, es sei wichtig, seinen Kindern zu zeigen, woher ihr Essen kommt. Das finde ich auch. Die Herstellung von Lebensmitteln beruht fast immer auf Ausbeutung, sowohl von Tieren als auch von Menschen. Das sollte man seinen Kindern nicht verschweigen. Aber was macht man dann damit? Viele Leute sagen: “Ist nun mal so.” Aber das stimmt ja nicht. Natürlich handelt es sich hier um ein sehr komplexes System. Nicht immer können wir was dagegen machen, nicht immer können wir eine ethisch korrekte Alternative kaufen/herstellen. Vielen fehlt das Geld dafür, anderen die Zeit oder es gibt weitere gute Gründe. Aber man kann darauf hinweisen, und manches kann man eben doch ganz einfach ändern. Meine Tochter weiß, woraus Würstchen, Bärchenaufschnitt oder Haribo-Gummibären gemacht sind. Und ich versuche ihr beizubrigen, dass sie entscheiden kann, ob sie bei allem mitmachen will oder nicht. Sie kann kleine Dinge ganz einfach ändern, sie kann Gummibären mit Pektin essen und oder eben Seitanwürste.

Allerdings leben wir nicht das perfekte vegane Leben. F isst vegetarisch und nicht vegan. Sie kann eben doch nicht immer entscheiden, ob sie mitmacht. Das haben wir Eltern so entschieden. F akzeptiert das, sie will kein Fleisch, keinen Fisch, keine Hühnernuggets. Aber im Kindergarten und zu Hause isst sie auch Tierprodukte. Selbst wenn sie weiß, was ich darüber denke. Ihr Vater isst diese Dinge auch nämlich auch. Als P und ich uns kennenlernten, war ich Vegetariern, er nicht. Als ich Jahre später Veganerin wurde, hat P das unterstützt, seinen Lebensstil aber beibehalten. Wir haben das beide akzeptiert. Ich finde sowas wichtig, auch wenn es einen nervt, da muss man durch. Vor allem, wenn es ein so langer Prozess war, wie bei mir. Als ich schwanger wurde, waren zwei Lebensstile unter einem Dach aber plötzlich nicht mehr denkbar für mich. Also hat P sich entschieden, Vegetarier zu werden. Sein Kompromiss. Mein Kompromiss: das Kind bekommt ebenfalls vegetarisches Essen.

Ich erziehe F aber nicht alleine, ich entscheide nicht alleine. Das war auch nie Sinn und Zweck des Mutterseins. Ich wollte nicht zu Hause bleiben, also haben wir eine Tagesmutter gesucht, zu der F mit einem Jahr gehen sollte. Auch wenn Dresden immer schon vergleichbar viele Betreuungsplätze hatte, vor allem verglichen mit Westdeutschland, war es eine Tortur eine Betreuungsstelle zu finden. Bei den freien Trägern musste man ein Riesentheater veranstalten, um einen Platz zu bekommen. Am besten jeden Tag anrufen. Die öffentlichen Kindergärten waren voll. Und da war noch nichts mit gesetzlichem Anspruch. Also Tagespflege. Aber da sah es ähnlich aus. Und vor allem, jede Tagespflegeperson hatte so ihre eigenen Vorstellungen. Da war nix mit: “So hätte ich es gerne.” Mittlerweile ist es genau anders herum, aber damals musste man sich nach der Tagespflegeperson richten. Die meisten kochten Fleisch und ich wusste, dass wir darüber würden reden müssen. Das wollte ich auf keinen Fall. Zu Kompromissen war ich allerdings bereit. Die hatten wir ja vorher ausgemacht. Also vegetarisch. Aber selbst da wurde ich schief angesehen. Irgendwann fanden wir dann eine richtig tolle Tagesmutter, die weitgehend vegetarisch kochte. Einmal die Woche Fleisch. Sie schlug aber sofort vor, für F ein Extragericht zu kochen. Das haben wir so gemacht und obwohl es gar nicht meinen Idealvorstellungen entsprach, war ich erleichtert. Ich habe kurz darüber nachdedacht, aber eigentlich wollte ich nicht fragen, obe es vielleicht jeden Tag ein veganes Extragericht geben könne. Das wäre mir zu dreist vorgekommen. Die Tagesmutter kochte jeden Tag und bereitete drei Malzeiten für die Kinder vor.

Auch heute noch weiß ich ihr Entgegenkommen zu schätzen. Zwei Jahre später haben wir uns für einen Kindergartenplatz beworben. Wir haben nicht den bekommen, den wir wollten, aber wir haben einen bekommen. Ich war sehr erleichtert, als ich herausfand, dass der Caterer “überwiegend” vegetarisch lieferte. Auch hier einmal die Woche Fleisch. Aber keine Kompromisse. Auch wenn man diese für Allergiekinder oder Muslim_innen anbieten musste, Vegetarier_innen guckten in die Röhre. Aber immerhin gibt es “nur” einmal die Woche Fleisch. Unser Kind ist das einzige vegetarische Kind in einer Einrichtung mit 160 – 180 Kindern. Kein freier Träger, keine Privateinrichtung, sondern ein städtischer Kindergarten, wo man um einen Platz nicht mit merkwürdigen Mitteln und lange im Voraus kämpfen musste. Das Kitapersonal hatte nichts gegen Selbstversorgung. Und ich dachte, okay, einmal die Woche kriege ich das hin. Die restliche Zeit isst sie die gleichen vegetarischen Gerichte wie die anderen Kinder. Das gesamte Essen fürs Kind mitzugeben, jeden Tag Mittagessen und Vesper, das hätte ich nicht geschafft. So sind es also hauptsächlich pragmatische Gründe, aus denen unser Kind Vegetarierin ist. Pragmatische Gründe, die aber natürlich auch auf anderen Lebenseinstellungen und Sichtweisen beruhen. Ich betreue mein Kind nicht den ganzen Tag. Es wird “fremdbetreut”, wie es so unglaublich abschätzig heißt. Und diese “Fremdbetreutung” hat nicht nur Regeln, sondern sie soll einen ja auch entlasten. Und deshalb versuche ich mich an ihre Begebenheiten anzupassen. Wenn ich jeden Tag Essen mitgeben würde, wäre das für mich ein großer Aufwand. Und den will ich, ganz ehrlich, nicht auf mich nehmen. Könnte ich zudem auch oft nicht. Ich habe ebenfalls schon vergessen, was mitzugeben. Und dann hatte ich zwei Tage lang ein schlechtes Gewissen, weil das Kind zum Mittagessen nur die Kartoffelbeilage bekommen hat. Das vegetarische Essen ist zwar bei weitem keine perfekte Lösung, aber eben eine, die für uns im Moment realistisch ist. Und trotzdem versuche ich, so viele richtige Entscheidungen wie möglich zu treffen und dem Kind zu erklären, woher es sein Essen bekommt, und was es bedeutet, Tierprodukte zu essen. Ich versuche zu erklären, warum ich Veganerin bin, Fs Vater aber nicht. Im Moment erkläre ich das noch oft mit einer persönlichen Entscheidung, obwohl es das für mich nicht ist. Wenn wir alle Veganer_innen wären, hätte ich es mir wohl einfach gemacht. Wir gegen die. “Wir machen das halt anders.” Da hätte ich ja nicht so ins Detail gehen müssen. Aber vielleicht ist es auch gut wie es jetzt ist. Viele Dinge sind kompliziert und vielleicht ist es für das Kind wichtig zu wissen, dass auch in einer Familie nicht immer alle die gleiche Meinung haben und trotzdem funktioniert das Zusammenleben. Man muss eben versuchen zu verstehen, warum alle ihr Leben anders gestalten. Außerhalb der Familie ist sowas ja auch normal und vielleicht lern das Kind was draus.

So, jetzt aber endlich zum Rezept, wenn noch jemand folgt. Natürlich haben F und ich das zusammen gemacht. Es ist eine neue Version meines alten Currywurstrezeptes. Diesmal habe ich die Gewürze direkt in die Wurst gepackt und die Sauce mit Mangopüree aus dem asiatischen Supermarkt angerührt. Man kann die Würstchen scharf oder mild machen, für eine milde Version einfach das Chipotlepulver durch (geräucherte) milde Paprika austauschen. Auch bei dem Currypulver kann man sich für eine milde oder scharfe Variante entscheiden. Wer kein Mangopüree findet, kann Ketchup nehmen, die Sauce schmeckt trotzdem.

Hinweis: Das Pilzpulver in diesem Rezept ist nichts weiter als pulverisierte, getrocknete Steinpilze. Das klappt mit einer einfachen Kaffeemühle mit Schlagmalwerk. Die Idee zu Currywurst mit getrockneten Pilzen habe ich von Vegan Yack Attack. Die Pilzpulverinspiration habe ich von Celine Steen, die damit Rezepte in ihren neuesten Kochbüchern verfeinert.

Scharfe Currywurst mit Mango-Currysauce (ergibt 4 Würstchen)

Zutaten

Für die Wurst
144 g Glutenpulver
16 g (4 EL) Hefeflocken
1 EL Pilzpulver*
1 EL süßes Paprikapulver
1 TL Garam Masala
1 TL Salz
1 TL Zwiebelpulver
1 TL Chipotlepulver
1 TL mildes oder scharfes Currypulver
1/4 TL Kurkuma
300 ml Wasser
2 EL Öl
2 EL Tomatenmark

Für die Mango-Currysauce
80 ml Ketchup
160 ml Mangopüree
2 EL Sojasauce
1 EL scharfe Sauce (z. B. Tabasco)
2 TL Currypulver, mild oder scharf
1 TL Agavendicksaft oder Zucker
1 TL Weißweinessig, oder anderer Essig
Öl zum Braten

Vorgehensweise
1. Für die Würstchen alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben.
2. Wasser, Öl und Tomatenmark verrühren und zu den trockenen Zutaten geben.
3. Alles gut verkneten.
4. Vier Stücke Backpapier und vier Stücke Aluminiumfolie vorbereiten. (38 x 21 cm)
5. Teig in vier gleich große Portionen teilen.
6. Zu 15 cm lange Würstchen ausrollen.
7. In Backpapier einwickeln und die Enden gut verschließen. Dann Folie drumwickeln.
8. Einen großen Topf mit Dämpfeinsatz und Wasser vorbereiten. Wasser zum Kochen bringen.
9. Würste hineinlegen, Deckel drauf, Hitze etwas reduzieren und Würste 50 Minuten dämpfen.
10. Die Würste aus dem Topf nehmen und in der Verpackung abkühlen lassen.
11. Am besten über Nacht in den Kühlschrank legen, das verbessert die Textur und den Geschmack.
12. Alle Zutaten für die Sauce verrühren.
13. Würste in Scheiben schneiden und in ca. einem EL Öl anbraten.
14. Dann mit Sauce und Pommes servieren.

*Für das Pilzpulver ca. 30 g getrocknete Steinpilze in eine Kaffeemaschine mit Schlagmalwerk geben und pulverisieren. Reste in einem gut verschlossenen Glasbehälter aufbewahren und zu Saucen oder Suppen geben.

 

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April 2015

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Walnuss-Karamell-Eis (ohne Eismaschine)

walnut caramel popsicles | seitanismymotor.com

Ich schwöre, es sind keine Bananen in diesem Rezept. Okay, und die Überschrift lügt. Ihr braucht keine Eismaschine, aber ihr braucht ein Gerät. Unsere Eismaschine ist kaputtgegangen und wir brauchen wohl keine neue. Statt dessen wird Eis jetzt mit unserem Hochleistungsmixer gemacht. “Hach, immer diese Veganer_innen und ihre sauteuren Mixer!”, werden manche jetzt denken. Und ihr habt ja recht! Die Dinger sind sehr teuer und eigentlich braucht man sie nicht wirklich. Deshalb habe ich für dieses Rezept zwei Herstellungsweisen aufgeschrieben. Die eine ist etwas zweitintensiv und erfordert einen Mixer, ergibt aber sehr leckers, cremiges Eis, das auch aus einer Eismaschine stammen könnte. Die andere ist sehr einfach und man braucht nur ein paar Töpfe und einen Pürierstab. (Ganz ohne Gerät geht es leider nicht, außer man ersetzt die Walnüsse durch ein Nussmus.) Die Eismasse wird in kleine Gläser gegossen und für 1 – 2 Stunden eingefroren, bis sie ein Holzstäbchen halten kann. Stäbchen hineinstecken und vollständig fest werden lassen. Das geht sehr schnell und einfach! Genauso cremig wie mit der Mixermethode wird das Eis allerdings so nicht. Auch wenn man noch soviel Fett hineingibt, Eis am Stiel geht fast immer in Richtung Wassereis. Das kann auch nicht anders sein, denn wenn man eine Flüssigkeit einfriert, bilden sich große Eiskristalle. Diese können nur durch häufiges und/oder heftiges Rühren zerkleinert werden und weil hier nichts gerührt wird, gibt es eben Kristalle. Trotzdem natürlich lecker und realtiv schnell hergestellt. Und guckt mal, ich habe P als Handmodel angestellt. Okay, ich komme vom Thema ab.

walnut ice cream without ice cream maker | seitanismymotor.com

Für ein cremiges Eis, das auch im Gefrierschrank weich bleibt und leicht zu portionieren ist, könnt Ihr entweder meine gleich folgende Mixermethode verwenden oder Euch an David Lebovitz halten. Seine Methode kommt ebenfalls ohne teure Gerätschaft aus, denn er benutzt ein günstiges Handrührgerät. Möchtet Ihr meiner Vorgehensweise folgen, geht das so: Die Eiscreme nach unten folgendem Rezept herstellen und dann einfrieren. Warten, bis sie fest ist, dann in kleine Würfel schneiden (5 x 5 cm). Diese in den Mixer geben und schnell auf höchster Stude pürieren, so dass die Mischung eine Konsistenz wie Softeis bekommt. Dabei schnell arbeiten, das Eis sollte nicht zu flüssig werden. (Ihr solltet Euch außerdem sicher sein, dass Euer Mixer das auch kann! Zumindest muss er in der Lage sein, Eis zu zerschlagen.) Zu dieser  Mischung kommt noch das Karamell und nach dem vollständigen Einfrieren erwartet Euch ein cremiges, lockeres Eis, das sich auch nach ein paar Tagen im Gefrierschrank noch gut portionieren lässt.

walnut ice cream without ice cream maker | seitanismymotor.com

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass für gutes Eis mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Kräftiges Rühren ist wichtig, die Zutaten dürfen aber auch nicht vergessen werden. Früher dachte ich immer, möglichst viel Fett macht das Eis weich und cremig. Dann habe ich angefangen mit Verdickungsmitteln wie Guarkernmehl zu arbeiten. Mittlerweile weiß ich, dass die völlig überflüssig sind. Viel wichtiger ist Zucker. Zucker löst sich nämlich zunächst beim Herstellen in der Eismasse auf und hindert später einen großen Teil der Flüssigkeit daran, zu gefrieren. So ist das fertige Eis also streng genommen halbgefroren und nur so wird es nicht hart wie ein Backstein.

walnut ice cream without ice cream maker | seitanismymotor.com

Oft merkt man nicht nur an der Festigkeit, ob man genug Zucker genommen hat. Denn auch wenn die flüssige Eismasse perfekt schmeckt, kann es passieren, dass das fertige Eis nicht süß genug ist. Man kann also nochmal nachschütten. Das geht natürlich auch in anderer Form, ich habe untergehobenes Karamell verwendet, um die Masse weicher zu machen. Karamell bleibt nämlich auch bei minus 18°C flüssig.

Ein paar Hinweise: Für das Eis am Stiel braucht Ihr nicht die gesamte Portion Karamell. Ihr könnt es als Sauce mitservieren, solltet aber bedenken, dass nach ein oder zwei Tagen der Zucker kristallisieren kann. Also bitte schnell verbrauchen. Ich verwende für dieses Rezept Kokosmilch. Wie manch andere_r finde ich es nicht besonders toll, wenn jedes vegane Eis nach Kokosmilch schmeckt, nur weil das eine einfache Alternative zu Sahne ist. Ihr müsst es natürlich selbst herausfinden, aber wir waren der Meinung, dass der Kokosgeschmack von den anderen Zutaten sehr gut überdeckt wird. Ich persönlich konnte keinen Kokosgeschmack entdecken. Und das Peinlichste zuletzt: Ich habe aus meinem Rezept sowohl die Mixerversion als auch die Stielversion gemacht und weiß daher nicht wieviel Eis am Stiel dieses Rezept ergibt. Ich würde schätzen, dass ein halbes Rezept ca 9-10 Portionen macht, wenn ein Glas oder eine Eisform ca. 80 ml fasst.

walnut caramel | seitanismymotor.com

 

Walnuss-Karamell-Eis

Zutaten

Für das Karamell
150 g brauner Zucker
150 g weißer Kristallzucker
60 ml Agavendicksaft
60 ml Wasser
1 großzügige Prise Salz
60 ml Kokosmilch
200 g gehackte Walnüsse

Für das Eis
480 ml Sojamilch
1 400 ml Dose Kokosmilch
1 EL Pfeilwurzelstärke (oder Speisestärke)
1/4 TL Salz
2 EL Pflanzenöl
Walnusskaramell (siehe oben)
1-3 TL Vanilleextrakt oder eine Packung Vanillezucker

Vorgehensweise
1. Für das Karamell Zucker, Agavendicksaft und Wasser in einen kleinen Topf geben. Langsam zum Kochen bringen und dabei vorsichtig rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Sobald die Mischung kocht, nicht mehr rühren.
2. Hitze reduzieren und 10 Minuten köcheln lassen.
3. Vom Herd nehmen, Salz und Kokosmilch einrühren, dann nochmal 15 Minuten köcheln lassen.
4. Vom Herd nehmen, Walnüsse einrühren und vollständig abkühlen lassen.
5. Für das Eis Milch, Stärke und Salz in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und eine Minute kochen lassen.
6. Vom Karamell ca. 120 ml für das Eis abnehmen und in einem Glasbehälter mit Deckel aufbewahren.
7. Restliches Karamell zur Milchmischung geben und so lange rühren, bis das Karamell aufgelöst ist.
8. Die Mischung in einen Mixer gießen und Öl und Vanille dazugeben.
9. Pürieren, bis alle Nüsse zerkleinert sind und die Mischung homogen ist.
10. Für das Stieleis: Die Mischung in kleine Gläser (Fassungsvermögen 80-100 ml) oder in Eisförmchen geben. Ca. ein bis zwei Stunden einfrieren, bis die Masse einen Holzstiel halten kann, so dass er nicht zur Seite kippt. Holzstiele hineinstecken.
11. Für das “normale” Eis: Mischung in einen Plastikbehälter geben und am besten über Nacht einfrieren.
12. Nun in kleine Würfel (5 x 5 cm) schneiden und in eien dafür tauglichen Mixer geben. Sehr schnell zu einer Masse verarbeiten, die Softeiskonsistenz hat.
13. Wieder in den Plastikbehälter geben und ein bis zwei Stunden einfrieren, bis die Masse fester ist, aber noch gerührt werden kann.
14. Restliches Karamell unterheben.
15. Vollständig gefrieren lassen.