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Mittwoch

15

Oktober 2014

8

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Vegan Wednesday mit süßer Kartoffelsuppe und Kürbiswürstchen

fried plantais | www.seitanismymotor.com

Es ist eine Weile her seit ich beim Vegan Wednesday mitgemacht habe. Leider schaffe ich es nie, all das zu fotografieren, was ich am Tag so esse. Allerdings ist das ja auch gar nicht notwendig, wie mir erst neulich klar wurde. Deshalb schreibe ich an dieser Stelle einfach über ein paar Rezepte, die wir in den letzten Tagen gemacht haben.

Vor einiger Zeit habe ich ein paar Kochbananen gekauft. Das war mal wieder so ein gefährlicher Impulskauf und natürlich lagen die Bananen danach einfach rum. Als sie schon längst ihre Farbe gewechselt hatten und von grün über gelb langsam schwarz wurden, habe ich mir endlich was einfallen lassen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich nur zwei Kochbücher habe, in denen es Rezepte für Kochbananen gibt. Ich habe mich für ein ganz einfaches aus dem tollen Buch Caribbean Vegan von Taymer Mason entschieden. Dieses Rezept hat nur zwei Zutaten: ÖL und Kochbananen. Die Bananen werden einfach in der Pfanne frittiert. Taymer hat außerdem noch einen sehr guten Tipp für die Kombination der Bananen mit anderen Gerichten. Wenn sie sehr süß sind, soll man sie mit scharfen Speisen essen. Da wir sie einfach zwischendurch gegessen haben, habe ich nur Chipotlepulver über die Kochbananen gestreut. Sehr lecker! Man kann selbstverständlich auch normale Bananen frittieren, dabei muss man nur darauf achten, dass sie noch ein bisschen fest sind.

sweet potoat soup | www.seitanismymotor.com

Ich benutze gelegentlich Pinterest, um dort Ideen fürs Fotografieren oder auch Rezepte zu sammeln. Neulich ist mir eins für Süßkartoffelsuppe aufgefallen. Es war ein vegetarisches Rezept mit heavy cream, die ich durch Hafersahne ersetzt habe. Die Zutatenliste war leider etwas ungenau, beim Gemüse war von vier großen Süßkartoffeln die Rede. Die können allerdings nicht so groß gewesen sein wie die Giganten, die ich im Bioladen bekommen habe. Natürlich habe ich das erst bemerkt, nachdem ich sie geschält und gewogen hatte. Drei meiner Kartoffeln wogen 1,3 Kilo. Ich habe sie benutzt und statt pastellfarben war meine Suppe kräftig orange. Man musste sie auch nicht mit Sahne andicken, wie im Rezept gefordert, sondern eher verdünnen. Ich hätte wohl nur die Hälfte der Kartoffeln oder die doppelte Menge Sahne nehmen sollen. Aber egal, die Suppe war trotzdem lecker. Wir haben statt Karotten eine rote Paprikaschote benutzt, die Kürbiskerne in Öl geröstet, einen Teelöffel Paprikapulver dazugegeben und noch eine kräftige Prise Chipotlepulver darübergestreut.

seitan sausage with pumpkin seeds | www.seitanismymotor.com

F isst sehr gerne Snackwürstchen aus Seitan, besonders die mit Kürbis. Die landen im Bioladen sehr oft in unserem Einkaufswagen. Ich kann F verstehen, ich mag die auch sehr gerne. Aber sie sind auch ein bisschen teuer. Seit einiger Zeit will F beim Kochen helfen. Sie geht jetzt gelegentlich in die Küche und fragt: “Was kochen wir?” Gestern habe ich vorgeschlagen, dass wir vielleicht Würstchen machen könnten. Weil dabei gerührt und geknetet werden musste, war F sofort dabei. Ich gebe zu, ich habe bei den Zutaten einfach die unserer Lieblingswürstchen übernommen. Unsere Version schmeckt etwas anders, aber es war eine sehr tolle Beschäftigung. Ich freue mich schon auf die Gesichter, wenn F erzählt, dass sie ihre eigenen Würstchen macht.

Rezept

Seitanwürschen mit Kürbiskernen (4 Würstchen)
50 g geröstete Kürbiskerne
140 g Glutenpulver
1 TL Zwiebelpulver
1 TL Paprika
1/2 TL schwarzer Pfeffer, oder nach Geschmack
3 EL geschmolzenes Kokosfett
3 EL Sojasauce
1/2 EL Liquid Smoke
180 ml kaltes Wasser
2 zerdrückte Knoblauchzehen
1 TL Salz zum Abschmecken

Vorgehensweise:
Die Kürbiskerne mahlen und mit Gluten, Hefeflocken, Zwiebelpulver, Paprika und Pfeffer mischen.
Kokosfett, Sojasauce, Wasser, Liquid Smoke und Knoblauch verrühren und zu den trockenen Zutaten geben. Salz nach Geschmack zugeben und den Teig gut verkneten. (Ich würde den vollen Teelöffel nehmen, denn die im Bioladen erhältlichen Würstchen sind sehr salzig.)
Einen Dämpfeinsatz in einen großen Topf geben und etwas Wasser einfüllen. Das Wasser zum Kochen bringen.
Vier Stück Aluminiumfolie (A4-Größe) bereithalten und jeweils ein Viertel des Teiges auf ein Folienstück geben. Zu einer Rolle formen und die Enden durch Drehen der Folie gut verschließen.
45 Minuten dämpfen, dann abkühlen lassen und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Gebraten oder als Snack servieren.

Donnerstag

9

Oktober 2014

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Ein eigenständiger Geburtstagskuchen

marble bundt cake | www.seitanismymotor.com

Wir haben eine Woche voller Veränderungen hinter uns. Wegen eines Geburtstags. Unsere Tochter wurde drei Jahre alt und das bedeutete, sie kam in den Kindergarten. Die letzten zwei Jahre wurde sie tagsüber von einer Tagesmutter betreut. Sie war eines von fünf gleichaltrigen Kindern, mit denen sie jeden Tag acht bis neun Stunden verbrachte. Es war eine angenehme Situation für uns alle. Unsere Tagesmutter war ein Glücksgriff und wir wussten, das F eine tolle Zeit bei ihr hatte. Dort und bei uns wurde sie zu einem selbstbewussten, offenen und sehr fröhlichen Kind. Sie lernte Selbstständigkeit und gleichzeitig wussten wir, dass sie immer ernst genommen wurde, die Aufmerksamkeit bekam, die ihr zustand und dass sie immer gut aufgehoben war.

Jetzt ist die ein Kindergartenkind. Das bedeutet sie teilt sich zwei Erzieherinnen mit 27-31 anderen Kindern. Es war eine schockierend neue Situation, aber nicht für F. Sie kommt mit Veränderungen gut klar und gewöhnt sich sehr schnell an neue Umgebungen und andere Leute. Manchmal sind Kinder viel erwachsener als ihre Eltern. Unser Kindergarten arbeitet mit einer Eingewöhnungszeit von vier Wochen, wenn die Eltern es einrichten können. Schon am dritten Tag wurde ich von meiner Tochter komplett ignoriert. Ich habe dann mit der Erzieherin ausgemacht, mal eine Stunde rauszugehen. F hatte noch am Morgen eindringlich darum gebeten, dass ich nicht weggehen dürfe. Aber jetzt fand sie die Idee gar nicht mehr so schlimm. Es kam kein bisschen Protest und so verließ ich den Kindergarten und machte einen langen Spaziergang. Nach einer Stunde kam ich wieder. F war nirgends zu sehen, sie spielte irgendwo im Garten. Die Erzieherin schickte mich gleich wieder weg und meinte, ich solle F einfach nach dem Mittagessen abholen. Und als ich das tat, kam mir ein ziemlich stolzes Kind entgegen. Ganz allein habe sie sich ihr Essen genommen und dann sogar noch den Tisch abgewischt. Und von der großen Rutsche sei sie gerutscht. Ganz ohne Hilfe. Und das war nun wirklich was, denn von einer großen Rutsche war unser Kind noch nie alleine gerutscht.

Für mich war es schon immer wichtig, dass mein Kind sein eigenes Leben hat. Ich hätte mir auch nie vorstellen können, F alleine und länger als ein Jahr zu betreuen. Ich muss nicht die allerwichtigste Person in ihrem Leben sein. Ich meine, klar bin ich wichtig für sie, aber sie soll mehr als eine Bezugsperson haben. Das ist gut für sie und für alle anderen in dieser Familie. Schon als sie klein war, haben wir uns die Aufgaben geteilt. Ich war nicht die einzige, die sie fütterte, ins Bett brachte oder tröstete. So sollte es sein, aber trotzdem war es nicht immer einfach. Denn ab meiner Schwangerschaft hämmerte jede_r mit dem Muttermythos auf mich ein. Niemand könne sich schließlich so gut um ein Kind kümmern wie dessen Mutter. Das mag für manche Frauen so sein, für andere stellt es eine große Belastung dar, weil man plötzlich keinen Schritt mehr alleine machen kann. Außerdem stimmt es nach meiner Erfahrung auch nicht.

Trotzdem ist Loslassen das Schwierigste an der Erziehung. Man hat immer das Gefühl, man sollte besser alles wissen, alles kontrollieren, damit man sein Kind beschützen kann. Still an der Seite zu stehen, während das Kind die neue Schere ausprobiert, Erdnüsse isst, das Laufrad unbedingt neben einer gut befahrenen Straße ausprobieren will, ist einfach schwer. Man muss lernen, Vertrauen zu haben, man muss lachen, wenn man gerade fast in Ohnmacht fällt. Man muss auch dem kleinen Kind schon sein eigenes Leben lassen, zumindest ein paar Stunden am Tag. Dann kann es einem ganz stolz von den neuen Erfahrungen erzählen, die es ganz alleine gemacht hat, ohne Hilfe. Ich habe das seit der Geburt meiner Tochter geübt, immer wieder. Ich denke, es ist wichtig, denn so trägt man dazu bei, dass das Kind selbstständig und unabhängig wird. Und trotzdem fällt es mir oft schwer. Der Kindergarten wird nun dafür sorgen, dass nicht nur unser Kind eine Menge neuer Erfahrungen macht, sondern wir auch.

Aber jetzt endlich zum Kuchen, der Fs Geburtstagskuchen war. Es ist ein einfacher Marmorkuchen mit einem doppelten Schokoladenguss. Er ist saftig aber auch ein wenig fest, meiner Meinung nach eine wichtige Eigenschaft für einen Kinderkuchen. Aber wahrscheinlich macht es gar keinen Unterschied, welches Rezept man aussucht, Hauptsache der Kuchen ist mit Schokolade.

Dieser Kuchen lässt sich nicht ganz kinderleicht aus der Form entfernen. Es ist sehr wichtig, dass man ihn gut mit Kokosfett (oder Öl) einfettet und ihn dann noch mit Mehl einstäubt. Dann eine Stunde abkühlen lassen und ihn dann am besten mit einem flexiblen Plastikmesser aus der Form lösen und vorsichtig stürzen.

Rezept

Marmorkuchen

Für den Kuchen:
2 El gemahlene Leisamen
6 EL heißes Wasser
Samen einer Vanilleschote
180 ml Öl
250 g Zucker
120 g Sojajoghurt
400 g Mehl
2 1/2 TL Backpulver
1/4 TL Natron
1/4 TL Salz
180 ml Sojamilch
4 EL Kakaopulver
2 EL Sojamilch

Für den Guss:
100 g weiße Schokolade
50 g dunkle Schokolade

Eine Guglhupfform (23 cm Durchmesser) mit Kokosfett einfetten und mit Mehl bestäuben. Ofen auf 180°C vorheizen.
Leinsamen und Wasser mischen und 10 Minuten ruhen lassen.
Öl, Zucker und Vanille in eine große Schüssel geben und mit einem Handmixer verrühren. Leinsamen und Sojajoghurt dazugeben und glattrühren.
Mehl, Backpulver, Natron und Salz dazugeben Milch darübergießen. Alles zu einem glatten Teig verrühren.
Die Hälfte des Teigs in eine zweite Schüssel geben und mit dem Kakaupulver (ebenfalls gesiebt) und der restlichen Sojamilch vermengen.
Die Hälfte des dunklen Teigs in die Guglhupfform geben, dann den hellen Teg darauf verteilen, den restlichen dunklen Teig dazugeben und den restlichen hellen Teig daraufgeben. Mit einer Gabel in kreisförmiger Bewegung durch den Teig gehen.
60 bis 65 Minuten backen (Stäbchenprobe). Eine Stunde abkühlen lassen. Die Ränder möglichst mit einem Plastikmesser anlösen und den Kuchen stürzen. Vollständig auskühlen lassen.
Beide Schokoladen im Wasserbad schmelzen. Zuerst die weiße Schokolade auf dem Kuchen verteilen, dann die dunkle Schokolade darüber geben.
Servieren sobald die Schokolade getrocknet ist.

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