Über diesen Blog

Herzlich willkommen auf meinem Blog!

Seitan Is My Motor gibt es seit 2007, als meine Entscheidung fiel, vegan zu leben. Ich liebe Cake und Kuchen. Und auch wenn Seitan nicht wirklich mein Motor ist, alles Süße ist es ganz bestimmt. Die meisten Rezepte auf dieser Seite bestehen deshalb aus Fett, Zucker und Mehl. Außerdem probiere ich mich gerne an veganen Varianten deutscher Gerichte.

In Deutschland gibt es viele Vegetarier_innen. Auch ist der Veganismus in den letzten Jahren zum Trend geworden. Ein Trend allerdings, bei dem nicht unbedingt der Tierschutz, sondern eher die eigene Gesundheit und die eigene Selbstoptimierung im Zentrum stehen. Den Veganismus kennengelernt haben viele in letzter Zeit als neueste Diät und dieser Trend wird nicht für immer anhalten.

Ich bin kein Gesundheitsfreak. Natürlich nehme ich Vitamin B 12 und mache regelmäßige Gesundheitschecks. Aber ich bin aus ethischen Gründen Veganerin. Ich glaube nicht an „clean eating“. Ich bin nicht der Meinung, dass Fett und Zucker meiner Gesundheit schaden. Hier gilt meiner Meinung nach wie bei allem anderen auch: „Die Menge macht das Gift.“ Wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen auf Gluten verzichten muss oder wenn er eine Kokosölallergie hat, bin ich bestimmt die letzte, die sich darüber lustig macht und wenn es die Möglichkeit gibt, werde ich auf Nachfrage gerne Alternativen anbieten. Aber wenn es nur darum geht, sich auf den neuesten Trend zu stürzen, sehe ich das sehr kritisch und habe dafür ehrlich gesagt auch nicht viel Verständnis. Denn wie viel andere auch, habe ich das alles schon durch. Ich war sehr, sehr lange übergewichtig. Abgenommen habe ich dann als ich schon lange Vegetarierin war durch einfaches Kalorienzählen und später auch Sport. Ich war anfällig für jeden Diättrend, den es gab. Ich habe alles ausprobiert. Ich habe ebenfalls ohne Fett und Zucker gelebt und es hat mir und besonders meinem Kopf nicht gut getan.

Fett- und zuckerfreie Diäten sind nich jedermanns Sache

Ich habe alle möglichen Bücher über eine fettfreie vegane Ernährung gelesen und ich denke, für Menschen mit bestimmten Gesundheitsproblemen sind diese Ernährungsformen ein Segen. Für mich nicht. Mich schicken sie in unschöne Gedankenspiralen. Ich will mich stattdessen darauf konzentrieren, alles, aber bewusst zu essen. Tierprodukte ausgenommen ist es für mich nicht gut, bestimmte Lebensmittel, die als „ungesund“ angesehen werden, zu vermeiden. In unserer Gesellschaft sind Fett und Zucker überall und mein persönlicher Weg ist zu lernen, diese Produkte in Maßen zu essen. Sie zu genießen statt zu verschlingen. Keine Angst vor ihnen zu haben und sie nicht mit Vokabeln wie „Sünde“ zu belegen.

Eine ausgeglichene und angstfreie Ernährung in der das Wort „Sünde“ keinen Platz hat

Angstfrei essen ist wichtig. Essen genießen ist wichtig. Ich möchte bestimmte Lebensmittel nicht mein ganzes Leben lang vermeiden, nur weil ich mir selbst nicht über den Weg traue. (Wiederum Tierprodukte ausgenommen, aber das hat ja auch ganz andere Gründe.) Ich möchte weiterhin Kuchen mit Fett und Zucker genießen, ich will Olivenöl auf meiner Pizza. Ich will lernen, auch damit zu leben, dass nicht alles, womit ich meinen Körper ernähre ausschließlich gesund ist. Jeder sollte die Chance haben, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Und der Fehler, aus dem ich gelernt habe, ist „clean eating“ und eine fettarme Ernährung.

Am wichtigsten ist es, sich ausgewogen zu ernähren. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte usw. Alles wichtig, aber manchmal muss man auch mal die Chance haben, etwas zu essen, dass nicht „gesund“ ist. Etwas, das man isst, weil man es genießen will, weil es einem gut tut. Weil man keine Angst davor haben sollte und weil man sein schlechtes Gewissen endlich loswerden muss. „Sünde“ gehört in die katholische Kirche. Und die ist ja nun wirklich nicht auf dem neuesten Stand.

Von uns Frauen wird so viel erwartet, alle sehen oft nur auf unser Äußeres und auch wir beurteilen uns danach. Das muss aufhören. Dünn und schön sind keine Kategorien, nach denen ich bewertet werden möchte. Und außerdem sind mir meine Tage viel zu wertvoll, als dass ich mich die ganze Zeit damit beschäftigen wollen würde, auf was ich heute alles verzichten muss und was ich alles beachten sollte, damit ich jeden Tag ein Stück dünner und schöner werde. Gerade der Veganismus ist so viel mehr als eine Diät und gerade diese Lebensweise sollte uns helfen, uns kritisch mit dem, was um uns passiert und was mit uns passiert, auseinanderzusetzen.

Kuchen ist nicht gesund und er muss es auch nicht sein. Er erfüllt nur einen einzigen Zweck: Genuss. Und das ist auchd er Sinn und Zweck dieses Blogs: Rezepte zum Genießen. Ich genieße meinen Kuchen und ich hoffe, Ihr tut es auch!

Mehr über Veganismus als neuesten Diättrend und meine Kritik daran findet Ihr hier. Und warum ich mehr Probleme mit „gesunden“ Zuckeralternativen und Zuckerersatzstoffen als mit Zucker habe, lest Ihr hier.

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Seit 2007 hat diese Seite schon einige Veränderungen durchgemacht. Ursprünglich auf Englisch gehalten, schreibe ich heute die meisten Einträge sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.  Alle Rezepte auf Deutsch findet Ihr im Rezeptverzeichnis.

Wer mir gerne schreiben möchte, kann das hier tun.

sloppy courtesan au chocolate | Vegan Month of Food 2015