marble bundt cake | www.seitanismymotor.com

Wir haben eine Woche voller Veränderungen hinter uns. Wegen eines Geburtstags. Unsere Tochter wurde drei Jahre alt und das bedeutete, sie kam in den Kindergarten. Die letzten zwei Jahre wurde sie tagsüber von einer Tagesmutter betreut. Sie war eines von fünf gleichaltrigen Kindern, mit denen sie jeden Tag acht bis neun Stunden verbrachte. Es war eine angenehme Situation für uns alle. Unsere Tagesmutter war ein Glücksgriff und wir wussten, das F eine tolle Zeit bei ihr hatte. Dort und bei uns wurde sie zu einem selbstbewussten, offenen und sehr fröhlichen Kind. Sie lernte Selbstständigkeit und gleichzeitig wussten wir, dass sie immer ernst genommen wurde, die Aufmerksamkeit bekam, die ihr zustand und dass sie immer gut aufgehoben war.

Jetzt ist die ein Kindergartenkind. Das bedeutet sie teilt sich zwei Erzieherinnen mit 27-31 anderen Kindern. Es war eine schockierend neue Situation, aber nicht für F. Sie kommt mit Veränderungen gut klar und gewöhnt sich sehr schnell an neue Umgebungen und andere Leute. Manchmal sind Kinder viel erwachsener als ihre Eltern. Unser Kindergarten arbeitet mit einer Eingewöhnungszeit von vier Wochen, wenn die Eltern es einrichten können. Schon am dritten Tag wurde ich von meiner Tochter komplett ignoriert. Ich habe dann mit der Erzieherin ausgemacht, mal eine Stunde rauszugehen. F hatte noch am Morgen eindringlich darum gebeten, dass ich nicht weggehen dürfe. Aber jetzt fand sie die Idee gar nicht mehr so schlimm. Es kam kein bisschen Protest und so verließ ich den Kindergarten und machte einen langen Spaziergang. Nach einer Stunde kam ich wieder. F war nirgends zu sehen, sie spielte irgendwo im Garten. Die Erzieherin schickte mich gleich wieder weg und meinte, ich solle F einfach nach dem Mittagessen abholen. Und als ich das tat, kam mir ein ziemlich stolzes Kind entgegen. Ganz allein habe sie sich ihr Essen genommen und dann sogar noch den Tisch abgewischt. Und von der großen Rutsche sei sie gerutscht. Ganz ohne Hilfe. Und das war nun wirklich was, denn von einer großen Rutsche war unser Kind noch nie alleine gerutscht.

Für mich war es schon immer wichtig, dass mein Kind sein eigenes Leben hat. Ich hätte mir auch nie vorstellen können, F alleine und länger als ein Jahr zu betreuen. Ich muss nicht die allerwichtigste Person in ihrem Leben sein. Ich meine, klar bin ich wichtig für sie, aber sie soll mehr als eine Bezugsperson haben. Das ist gut für sie und für alle anderen in dieser Familie. Schon als sie klein war, haben wir uns die Aufgaben geteilt. Ich war nicht die einzige, die sie fütterte, ins Bett brachte oder tröstete. So sollte es sein, aber trotzdem war es nicht immer einfach. Denn ab meiner Schwangerschaft hämmerte jede_r mit dem Muttermythos auf mich ein. Niemand könne sich schließlich so gut um ein Kind kümmern wie dessen Mutter. Das mag für manche Frauen so sein, für andere stellt es eine große Belastung dar, weil man plötzlich keinen Schritt mehr alleine machen kann. Außerdem stimmt es nach meiner Erfahrung auch nicht.

Trotzdem ist Loslassen das Schwierigste an der Erziehung. Man hat immer das Gefühl, man sollte besser alles wissen, alles kontrollieren, damit man sein Kind beschützen kann. Still an der Seite zu stehen, während das Kind die neue Schere ausprobiert, Erdnüsse isst, das Laufrad unbedingt neben einer gut befahrenen Straße ausprobieren will, ist einfach schwer. Man muss lernen, Vertrauen zu haben, man muss lachen, wenn man gerade fast in Ohnmacht fällt. Man muss auch dem kleinen Kind schon sein eigenes Leben lassen, zumindest ein paar Stunden am Tag. Dann kann es einem ganz stolz von den neuen Erfahrungen erzählen, die es ganz alleine gemacht hat, ohne Hilfe. Ich habe das seit der Geburt meiner Tochter geübt, immer wieder. Ich denke, es ist wichtig, denn so trägt man dazu bei, dass das Kind selbstständig und unabhängig wird. Und trotzdem fällt es mir oft schwer. Der Kindergarten wird nun dafür sorgen, dass nicht nur unser Kind eine Menge neuer Erfahrungen macht, sondern wir auch.

Aber jetzt endlich zum Kuchen, der Fs Geburtstagskuchen war. Es ist ein einfacher Marmorkuchen mit einem doppelten Schokoladenguss. Er ist saftig aber auch ein wenig fest, meiner Meinung nach eine wichtige Eigenschaft für einen Kinderkuchen. Aber wahrscheinlich macht es gar keinen Unterschied, welches Rezept man aussucht, Hauptsache der Kuchen ist mit Schokolade.

Dieser Kuchen lässt sich nicht ganz kinderleicht aus der Form entfernen. Es ist sehr wichtig, dass man ihn gut mit Kokosfett (oder Öl) einfettet und ihn dann noch mit Mehl einstäubt. Dann eine Stunde abkühlen lassen und ihn dann am besten mit einem flexiblen Plastikmesser aus der Form lösen und vorsichtig stürzen.

Rezept

Marmorkuchen

Für den Kuchen:
2 El gemahlene Leisamen
6 EL heißes Wasser
Samen einer Vanilleschote
180 ml Öl
250 g Zucker
120 g Sojajoghurt
400 g Mehl
2 1/2 TL Backpulver
1/4 TL Natron
1/4 TL Salz
180 ml Sojamilch
4 EL Kakaopulver
2 EL Sojamilch

Für den Guss:
100 g weiße Schokolade
50 g dunkle Schokolade

Eine Guglhupfform (23 cm Durchmesser) mit Kokosfett einfetten und mit Mehl bestäuben. Ofen auf 180°C vorheizen.
Leinsamen und Wasser mischen und 10 Minuten ruhen lassen.
Öl, Zucker und Vanille in eine große Schüssel geben und mit einem Handmixer verrühren. Leinsamen und Sojajoghurt dazugeben und glattrühren.
Mehl, Backpulver, Natron und Salz dazugeben Milch darübergießen. Alles zu einem glatten Teig verrühren.
Die Hälfte des Teigs in eine zweite Schüssel geben und mit dem Kakaupulver (ebenfalls gesiebt) und der restlichen Sojamilch vermengen.
Die Hälfte des dunklen Teigs in die Guglhupfform geben, dann den hellen Teg darauf verteilen, den restlichen dunklen Teig dazugeben und den restlichen hellen Teig daraufgeben. Mit einer Gabel in kreisförmiger Bewegung durch den Teig gehen.
60 bis 65 Minuten backen (Stäbchenprobe). Eine Stunde abkühlen lassen. Die Ränder möglichst mit einem Plastikmesser anlösen und den Kuchen stürzen. Vollständig auskühlen lassen.
Beide Schokoladen im Wasserbad schmelzen. Zuerst die weiße Schokolade auf dem Kuchen verteilen, dann die dunkle Schokolade darüber geben.
Servieren sobald die Schokolade getrocknet ist.

14 Comments

  • 3 Jahren ago

    Der wird bestimmt was :-)

  • 3 Jahren ago

    Wow, der sieht zum Reinbeißen aus. Muss ich unbedingt testen!

    LG
    Lotte

    • 3 Jahren ago

      Als ich deinen Post nun gestern komplett gelesen habe (und nicht nur den Kuchen bewundert habe) hab ich mich auch gefragt, ob dein Kind vegan ist und wenn ja, wie ihr das dann im Kindergarten handhabt. Aber das hast du nun ja schon beantwortet. Ich finde es schade, dass der Kindergarten nicht jeden Tag etwas Vegetarisches anbietet, so kompliziert wäre das ja nicht.

      Nochmal zu deinem Kuchen: ich plane, ihn am Wochenende zu backen. Freu mich schon drauf :-) Ich mache es bei Napfkuchen so, dass ich sie direkt nachdem Backen mit Form stürze und ein freuchtes Tuch drüber lege. Meistens kann man die Form dann nach einiger Zeit problemlos abziehen.

      LG
      Lotte

      • 3 Jahren ago

        Ja, so schwierig ist das wahrscheinlich nicht, aber eigentlich finde ich unsere Variante jetzt fast besser.
        Oh, danke für den tollen Tipp mit dem feuchten Tuch. Wird beim nächsten Mal genau so gemacht!

        • 3 Jahren ago

          Ich plane für meinen Blog eine Kategorie zu kreieren, wo ich von Rezepten aus anderen Blogs (natürlich mit direktem Link zum Rezept), die ich nachgekocht/-gebacken habe, zu berichten. Darf ich mit deinem Kuchen – falls ich ihn am WE backe und er gelingt- beginnen? Ich kann dir auch gern vor der Veröffentlichung den Text schicken.
          LG
          Lotte

          • Mihl
            3 Jahren ago

            Hallo Lotte,

            finde ich toll das Du mit meinem Rezept beginnen willst. Kannst Du natürlich gerne alles machen und Du musst mir auch nichts schicken. Freue mich schon auf Deinen Eintrag! Jetzt hoffe ich nur, dass der Kuchen auch was wird:)

  • 3 Jahren ago

    What a lovely recipe! I will certainly try it out. Thanks

  • 3 Jahren ago

    Wow, raising children is such an intense job. It’s good that she is so independent. I can’t even imagine how hard it must be to allow her to be independent, yet want to shield her from harm at the same time.
    The bundt cake looks fabulous. I like the idea of having a bundt cake as a birthday cake. Happy Birthday F!

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  • 3 Jahren ago

    The bundt cake looks great, I must try it soon.
    Funny how time flies, I remember reading your blog when you were pregnant :)
    Btw does F. go to vegan kindergarten or does she bring her own food?

    • Mihl
      3 Jahren ago

      F is not vegan, she’s a vegetarian. The kindergarden has a mostly vegetarian catering, but they are unwilling to provide alternatives on days when they serve meat. On those days we provide her with vegan alternatives. (The food she eats at home is mostly vegan, but her father is a vegetarian, too.)

  • 3 Jahren ago

    happy birthday to F – glad to hear she is taking kindergarten in her stride – and sounds like you are adjusting too :-) I love the marble cake – great vidsual cake for kids too but no matter how firm it is kids always find a way to leave crumbs everywhere. I think the whole notion of independence is difficult because of the mixed messages we get about both being there for kids and letting them have independence. It is has been interesting this year to have sylvia start school and really love to see how much confidence she has developed there.

  • 3 Jahren ago

    hej
    das hast du total schön geschrieben (ich meine jetzt nicht das rezept) ;-)
    und ich finde du bist schon voll groß (nicht viele mütter bekommen das mit der eingewöhnung so gut hin, wie du!)
    liebe grüße
    und herzlichen glückwunsch zu einem gut gelungenen neuen abschnitt in eurem leben :-)
    sandra